SALZBURG JOURNAL

Wandern im Salzburger Land: Touren nach Schwierigkeitsgrad

Zehn Touren mit Gehzeit, Länge und der Buslinie, die zum Ausgangspunkt führt - sortiert von leicht bis schwer. Eine als leicht eingestufte Runde dauert vier Stunden, eine mittlere nur zwei.

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Wandern im Salzburger Land: Touren nach Schwierigkeitsgrad

Was leicht, mittel und schwer wirklich bedeuten

Die Einstufung einer Wanderung sagt etwas über Gelände, Trittsicherheit und Ausgesetztheit aus - nicht über die Dauer. Das ist die häufigste Fehlannahme bei der Tourenplanung, und sie lässt sich an zwei Beispielen aus dem Öffi-Wanderguide des Salzburger Verkehrsverbunds zeigen.

Die Runde von Taxenbach durch die Kitzlochklamm nach Embach gilt als leicht und dauert vier Stunden. Der Weg von Bergheim über den Sandkuchl zum Winding-Gut gilt als mittel und dauert zwei Stunden und 15 Minuten. Wer nach Zeit plant, greift zur falschen Tour; wer nach Schwierigkeit plant, unterschätzt die Zeit.

Die folgenden Touren stammen alle aus dem Öffi-Wanderguide, also mit gesicherter Anbindung an Bus oder Bahn. Angegeben sind Gehzeit und Länge nach den Angaben des Verkehrsverbunds.

Leichte Touren

TourGehzeitLängeForm
Von St. Leonhard entlang der Königsseeache nach Rif2 h 006,69 kmA nach B
Von Bruck nach Zell am See2 h 006,92 kmA nach B
Logenplatz Lercheckerwand am Dürrnberg2 h 306,68 kmA nach B
Gasteiner Höhenweg, Bad Gastein nach Bad Hofgastein2 h 458,57 kmA nach B
Von Taxenbach durch die Kitzlochklamm nach Embach4 h 0010,59 kmRundtour

Die Tour St. Leonhard - Rif ist die einzige der zehn, die als kinderwagentauglich ausgewiesen ist. Sie startet an der Talstation der Untersbergbahn, führt entlang der Königsseeache und endet in Puch bei Hallein. Angefahren wird sie ab Hauptbahnhof mit Bus 25, Bus 840 oder Obus 5 bis Grödig-Untersbergbahn; zurück geht es ab der Bahnhaltestelle Puch-Urstein mit der S3 oder mit Bus 160. Der Verkehrsverbund bewertet Takt und Frequenz dieser Verbindung ausdrücklich als sehr gut, auch an Sonn- und Feiertagen - was bei Wanderverbindungen selten ist.

Der Logenplatz Lercheckerwand liegt am Dürrnberg oberhalb von Hallein. Anfahrt mit Bus 160, Bus 170 oder Bahn nach Hallein, dann mit Bus 41 bis Bad Dürrnberg Kranzbichlhof; zurück ab Bad Dürrnberg Zinkenlifte, ebenfalls Linie 41. Damit lässt sich die Wanderung mit den Salzwelten am Dürrnberg an einem Tag verbinden.

Der Gasteiner Höhenweg ist die einzige leichte Tour, die eine echte Bahnanreise verlangt: ab Salzburg Hauptbahnhof mit IC, EC oder Railjet bis Bahnhof Bad Gastein, dann mit Bus 555 bis Bad Gastein Grüner Baum. Zurück ab dem Busbahnhof Bad Hofgastein mit Bus 550, entweder zur Haltestelle Abzweigung Bahnhof oder gleich bis Schwarzach-St. Veit und weiter mit der Bahn.

Mittlere Touren

TourGehzeitLängeForm
Von Bergheim über den Sandkuchl zum Winding-Gut2 h 156,81 kmA nach B
Von St. Gilgen über die Falkensteinwand nach St. Wolfgang3 h 009,65 kmA nach B
Von St. Gilgen über Kühleiten nach Fuschl3 h 058,94 kmA nach B
Erentrudisalm und Fageralm, Runde ab Glasenbach3 h 3010,10 kmRundtour

Die Erentrudisalm-Runde ist die stadtnächste der vier. Ausgangspunkt ist die Haltestelle Elsbethen Glasenbach, erreichbar ab Hauptbahnhof mit dem Regionalbus 160. Der Weg führt über Nebenstraßen, Almpfade und Wurzelwege zur Erentrudisalm; wenige hundert Meter weiter liegt die Fageralm. Beide Almen haben einen Spielplatz, auf der Fageralm zusätzlich ein Kaninchengehege. Der Rückweg durch die Glasenbachklamm ist schmäler und verlangt mehr Trittsicherheit als der Hinweg - wer das nicht will, geht denselben Weg zurück.

Die Tour St. Gilgen - Falkensteinwand - St. Wolfgang folgt dem St.-Rupert-Pilgerweg am Ufer des Wolfgangsees, steigt über eine Forststraße zum Falkenstein und führt nach der Falkensteinkirche nach Ried hinab, weiter am Ufer bis zur Talstation der Schafbergbahn. Anfahrt ab Salzburg mit Bus 150 nach St. Gilgen; zurück ab der Haltestelle St. Wolfgang Schafbergbahnhof mit Bus 546 zum Busbahnhof Strobl, dort Umstieg auf Bus 150. Mehr zu den Orten am See steht im Beitrag zum Wolfgangsee.

Ein Detail, das die Rückfahrt kippen kann: Bei der Tour ab Bergheim geht es hin mit der Lokalbahn S1 oder mit Bus 21 ab Ferdinand-Hanusch-Platz, zurück ab Voggenberg Ortsmitte mit Bus 110 - und die Linie 110 verkehrt an Sonn- und Feiertagen nicht. Genau dann sind die meisten unterwegs.

Schwere Touren

Als schwer ist im Öffi-Wanderguide der Alexander-Enzinger-Weg eingestuft: 5 Stunden Gehzeit, 19,59 Kilometer, hin und zurück, in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern. Ausgangspunkt ist die Bushaltestelle Kaprun Kitzsteinhorn Bergbahn. Die Anreise ohne Auto verlangt zwei Umstiege: ab Salzburg mit Bus 260 zum Postplatz in Zell am See, dort weiter mit Bus 660 nach Kaprun.

Wer eine schwere Tour näher an der Stadt sucht, findet sie am Untersberg. Dort gibt es drei Aufstiege mit klar abgestuftem Anspruch: den Reitsteig ab Glanegg als den zugänglichsten, den Dopplersteig ebenfalls ab Glanegg als steilen und fordernden Anstieg, und den Thomas-Eder-Steig ab der Bergstation, den der Betreiber ausdrücklich erfahrenen Bergsteigern vorbehält.

Der Einstieg direkt vor der Stadt

Wer nicht gleich in den Pinzgau fahren will, beginnt am Gaisberg. Der Rundwanderweg auf etwa 1.000 Metern ist 5,5 Kilometer lang und weitgehend eben, familientauglich und in beide Richtungen begehbar. Die Buslinie 151 fährt ab Mirabellplatz bis zur Gaisbergspitze, sodass sich auch eine reine Abstiegstour organisieren lässt.

Der Sendlwand-Steg am Weg wurde bei der Sanierung verbreitert und ist seither für Rollstuhlfahrer befahrbar - zusammen mit der Tour St. Leonhard - Rif sind das die beiden Wege in dieser Aufstellung, die auch mit Rad, Rollstuhl oder Kinderwagen funktionieren.

Kostenlos zum Ausgangspunkt

Zwei Angebote machen die Öffi-Anreise günstig bis kostenlos. Für Übernachtungsgäste gilt im gesamten Bundesland das Guest Mobility Ticket: Es wird beim Check-in in der Unterkunft ausgestellt, über die Mobilitätsabgabe als Zusatz zur Nächtigungsabgabe finanziert und gilt für die Dauer des Aufenthalts in Stadtverkehr, Regionalbussen, S-Bahnen, Regionalzügen, Fernverkehrszügen und im Mikro-ÖV.

Für Tagesgäste aus der Stadt bleibt der reguläre Verbundtarif. Welche Karte sich wofür rechnet, steht bei der Anreise nach Salzburg; für die Wege innerhalb des Stadtgebiets zur Abfahrtshaltestelle hilft der Beitrag zum Obus. Die digitale Wanderkarte und die vollständige Tourenliste stehen beim Wanderguide des Verkehrsverbunds.

Ins Hochgebirge: Nationalpark Hohe Tauern

Der Nationalpark Hohe Tauern ist das eine Gebiet im Land, in dem geführte Touren nicht Komfort, sondern Inhalt sind. Der Park bietet Tourenangebote mit eigenen Rangern an, aufgeteilt nach den drei beteiligten Bundesländern Kärnten, Salzburg und Tirol. Das aktuelle Programm wird auf der Seite dynamisch geladen und lässt sich hier nicht als Liste wiedergeben - Termine und Treffpunkte stehen direkt beim Nationalpark, dazu ein Tourenprogramm als PDF.

Die bekanntesten Ziele des Parks im Salzburger Anteil sind die Krimmler Wasserfälle und die Hochlagen entlang der Großglockner Hochalpenstraße. Beide haben eine enge Saison, beide liegen mehr als hundert Kilometer von der Stadt entfernt.

Was vor der Tour zu klären ist

Drei Punkte entscheiden öfter über den Tag als die Kondition:

  • Die Rückfahrt. Bei A-nach-B-Touren endet der Weg an einer anderen Haltestelle als er beginnt. Prüfen Sie den letzten Kurs, und ob die Linie am Wochenende überhaupt fährt.
  • Die Saison. Almhütten und Bergbahnen haben Betriebszeiten von wenigen Monaten, die Wege darüber sind bis in den Frühsommer schneebedeckt. Eine Gehzeitangabe gilt für aperes Gelände.
  • Der Rückweg im Kopf. Bei Rundtouren wie der Erentrudisalm-Runde ist die schwierigere Variante oft der Rückweg - die Entscheidung fällt dann, wenn schon drei Stunden in den Beinen sind.

Stand August 2026. Gehzeiten, Längen, Schwierigkeitsgrade und Öffi-Verbindungen nach dem Öffi-Wanderguide des Salzburger Verkehrsverbunds, Angaben zu den Untersberg-Steigen nach der Untersbergbahn, Rundweg und Steg am Gaisberg nach der Stadt Salzburg. Fahrpläne ändern sich - vor der Tour gegenprüfen.

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