SALZBURG JOURNAL

Großglockner Hochalpenstraße: Maut, Saison, Aussichtspunkte

48 Kilometer, 36 Kehren, 46,50 Euro Maut - und nur ein halbes Jahr befahrbar. Welche Karte sich ab welcher Fahrt rechnet, wann die Straße öffnet und warum die zweite Fahrt nur 17,50 Euro kostet.

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Großglockner Hochalpenstraße: Maut, Saison, Aussichtspunkte

48 Kilometer, 36 Kehren, zwei Bundesländer

Die Großglockner Hochalpenstraße ist keine Abkürzung, sondern das Ziel selbst. Auf 48 Kilometern führt sie durch 36 teils spitze Kehren von Fusch im Pinzgau nach Heiligenblut in Kärnten. Verbunden werden die beiden Bundesländer durch das Hochtor auf 2.504 Metern, einen kurzen Tunnel.

Der Höhepunkt im Wortsinn ist die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf 2.369 Metern, Endpunkt der Straße und Aussichtsterrasse über dem Pasterzen-Gletscher, auf Augenhöhe mit dem Großglockner - mit 3.798 Metern dem höchsten Berg Österreichs. Der höchste befahrbare Punkt ist aber ein anderer: die Edelweiß-Spitze auf 2.571 Metern, erreichbar über eine Stichstraße, die stellenweise noch im ursprünglichen Kopfsteinpflaster liegt.

Ab dem Salzburger Hauptbahnhof sind es bis zur Mautstelle bei Fusch rund 106 Kilometer und anderthalb Stunden. Die Straße selbst kommt dazu - wer die ganze Strecke bis Heiligenblut und zurück fährt, verbringt den Tag im Auto.

Saison und Öffnungszeiten

Die Straße ist von Anfang Mai bis Anfang November geöffnet und im Winter gesperrt. Innerhalb der Saison gelten drei Zeitfenster:

Zeitraumgeöffnetletzte Einfahrt
bis 31. Mai6.00 bis 20.00 Uhr19.15 Uhr
1. Juni bis 31. August5.30 bis 21.00 Uhr20.15 Uhr
ab 1. September6.00 bis 19.30 Uhr18.45 Uhr

Außerhalb dieser Zeiten gilt ein behördlich verordnetes Nachtfahrverbot. Das ist keine Empfehlung des Betreibers, sondern eine Verordnung - wer nach der letzten Einfahrt kommt, steht vor der Schranke.

Die Einrichtungen oben haben eigene Zeiten: das Besucherzentrum Kaiser-Franz-Josefs-Höhe täglich von 10 bis 17 Uhr, alle anderen Ausstellungen von 9 bis 17 Uhr, die Beobachtungswarte „Nationalpark Kristall Großglockner" von 10 bis 16 Uhr.

Maut 2026: welche Karte sich wann rechnet

Die Preise richten sich nach dem Fahrzeug. Wichtig für Elektrofahrer: Der E-Tarif gilt für reine Elektro- und Wasserstofffahrzeuge, nicht für Hybride, und muss an der Kassenstelle aktiv angesagt werden - eine nachträgliche Erstattung gibt es nicht. Ermäßigungen sind nicht kombinierbar.

TicketPkwE-PkwMotorradE-Motorrad
Tageskarte46,50 €40,00 €36,50 €32,50 €
Tageskarte ab 18 Uhr36,50 €-30,00 €-
Aufzahlung 2. Tag17,50 €17,50 €--
3-Wochen-Karte93,00 €93,00 €--
Saisonkarte130,00 €---
Rundfahrtkarte56,00 €---

Daraus ergeben sich ein paar Rechnungen, die vor der Fahrt nützlich sind:

  • Die zweite Fahrt ist die billigste. Wer sein Tagesticket aufhebt, zahlt für den zweiten Tag im selben Kalenderjahr nur 17,50 Euro Aufzahlung - zusammen 64 statt 93 Euro. Das Ticket ist kennzeichengebunden und nur an den Kassenstellen erhältlich.
  • Die Saisonkarte lohnt ab der dritten Fahrt. 130 Euro entsprechen 2,8 Tageskarten. Sie gilt vom Ausstellungstag bis zur Wintersperre, längstens bis 31. Dezember, und nur für Privatfahrzeuge laut Zulassungsschein.
  • Der Abendtarif spart 10 Euro. Ab 18 Uhr kostet die Pkw-Tageskarte 36,50 statt 46,50 Euro. Im Juni, Juli und August bleiben danach noch gut zwei Stunden bis zur letzten Einfahrt.
  • Für E-Autos lohnt die Rundfahrtkarte nicht. Sie gilt für je eine Fahrt auf der Hochalpenstraße und auf der Felbertauernstraße innerhalb von 30 Tagen, hat aber keinen E-Tarif - Einzeltickets sind für Elektrofahrzeuge günstiger. Der Betreiber weist selbst darauf hin.

Neu ist 2026 ein 5-Tage-Ticket, gültig vom 14. August bis 14. September: 75 Euro für Pkw, 68 Euro für E-Pkw und Motorräder, ausschließlich an der Kassa erhältlich. Es rechnet sich damit bereits bei zwei Fahrten. Alle Tarife stehen bei den Preisen und Öffnungszeiten der Großglockner Hochalpenstraße.

Ohne eigenes Auto: der Glocknerbus

Wer sich die Kehren nicht antun will, nimmt den Glocknerbus. Er fährt vom 26. Mai bis 29. September 2026 jeden Dienstag, im Juli und August zusätzlich jeden Donnerstag, und wird von Nationalpark-Rangern begleitet, die unterwegs erzählen. Gebucht wird bis zum Vortag um 15 Uhr.

Die Abfahrtszeiten auf der Salzburger Seite:

  • Kaprun, Bushaltestelle JUFA in der Nikolaus-Gassner-Straße: 8.30 Uhr
  • Bushaltestelle Maiskogel/Baumbar: 8.40 Uhr
  • Zell am See, Parkplatz Hallenbad beim Freizeitzentrum: 9.00 Uhr
  • Schüttdorf, Haltestelle vor dem Billa: 9.10 Uhr
  • Bruck, Straßenmeisterei: 9.20 Uhr
  • Fusch, Bushaltestelle Ortsmitte: 9.35 Uhr

Weil alle Abfahrtsorte im Pinzgau liegen, ist die naheliegende Kombination eine Übernachtung in Zell am See oder Kaprun - von dort ist der Bus die entspannteste Variante.

Mit dem Rad: nur für Geübte, und am besten früh

Die Straße ist ein Klassiker unter Rennradfahrern, der Betreiber nennt sie in seinen Hinweisen fürs Radfahren ausdrücklich nur für geübte Radfahrer geeignet. Empfohlen wird die Auffahrt zu den Tagesrandzeiten - bis spätestens 8 Uhr morgens oder nach 15 Uhr, weil dann weniger Verkehr unterwegs ist.

An den Aussichtsstandorten Hochtor und Kaiser-Franz-Josefs-Höhe stehen Safes für Ausrüstung und Wertsachen bereit, Radständer vor allen Shops. Ein Punkt betrifft E-Biker: Entlang der Straße gibt es keine E-Ladestationen für Fahrräder, und in den Shops und Ausstellungen des Betreibers ist das Laden nicht gestattet. Wer mit dem E-Bike hinauf will, plant die Akkukapazität für die gesamten 48 Kilometer.

Was oben zu sehen ist

Die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe hat ihren Namen vom Habsburger-Kaiser, der 1856 gemeinsam mit Kaiserin Elisabeth von Heiligenblut bis an den Rand der Pasterze gewandert ist. Heute stehen dort ein Besucherzentrum mit mehreren Ausstellungen - darunter nach Angaben des Betreibers Österreichs höchstgelegene Automobilausstellung - und ein Nationalpark-Infocenter.

Vom Parkplatz führt der Kaiser-Franz-Josef-Panoramaweg zum Aussichtspunkt Kaiserstein und zur Beobachtungswarte „Nationalpark Kristall Großglockner", wo sich Murmeltiere, Steinböcke, Gämsen und Adler beobachten lassen. Die Warte ist täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Am Fuscher Törl steht die Gedenkstätte für die Arbeiter, die beim Bau der Straße ums Leben kamen.

Gebaut in fünf Jahren, geplant seit 3.500 Jahren

Der Weg über das Hochtor ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Schon vor 3.500 Jahren querten Menschen den Pass; Kelten und Römer nutzten ihn als kürzeste Nord-Süd-Verbindung zwischen dem deutschen Raum und Venedig. Aus dem Süden kamen Gewürze, Stoffe und Edelsteine, aus dem Norden Metall und Pelze. Der Marsch war lebensgefährlich, und am Hochtor riefen die Reisenden ihre Götter an.

Die moderne Straße entstand aus drei Motiven, die die Darstellung zur Baugeschichte offen benennt: Die junge Republik suchte nach dem Zerfall der Monarchie identitätsstiftende Projekte, die Arbeitslosigkeit war hoch, und der aufkommende Fremdenverkehr versprach Einnahmen. Treibende Kräfte waren Landeshauptmann Franz Rehrl (1890 bis 1947, im Amt von 1922 bis 1938) und der Bauingenieur Franz Wallack (1887 bis 1966), der 1925 in fünf Sommerwochen 30 Alpenstraßenpässe und 13 Alpenhauptübergänge bereiste, um zu sehen, wie man eine Straße in eine Hochgebirgslandschaft legt.

Am 30. August 1930 leitete die erste Sprengung den Bau ein, bis zu 4.000 Arbeiter waren beteiligt. Rehrl selbst überquerte am 22. September 1934 am Steuer eines umgebauten Steyr 100 gemeinsam mit Wallack den noch im Rohbau befindlichen Pass - Fusch über das Hochtor nach Heiligenblut und zurück in knapp sieben Stunden. Eröffnet wurde die Straße am 3. August 1935 durch Bundespräsident Wilhelm Miklas; am Tag darauf fand bereits das erste Autorennen statt, damals noch auf Sand.

Warum die Straße nur ein halbes Jahr offen ist

Fast die Hälfte des Jahres liegt die Strecke unter Schnee. Wind und Lawinen lassen nach Angaben der Betreibergesellschaft GROHAG Schneehöhen von bis zu 20 Metern entstehen; die Schneeräumung ist deshalb ein eigenes Kapitel. Die Räumung beginnt jedes Jahr mit dem Ziel, die Straße Ende April oder Anfang Mai freizubekommen; im Einsatz sind seit 1953 die von Wallack konstruierten Rotations-Schneefräsen. Wer im Mai fährt, fährt deshalb zwischen meterhohen Schneewänden - der einzige Zeitpunkt im Jahr, an dem das möglich ist.

Die GROHAG betreibt außerdem die Krimmler WasserWelten sowie die Gerlos Alpenstraße. Wer beides an einem Tag will, unterschätzt die Entfernungen im Pinzgau - eine Einordnung dazu steht bei den Ausflugszielen im Salzburger Land.

Stand August 2026. Mauttarife, Öffnungszeiten, Streckendaten, Glocknerbus-Fahrplan und Baugeschichte nach der Großglockner Hochalpenstraßen AG. Fahrstrecke ab Salzburg Hauptbahnhof berechnet. Öffnung und Sperre hängen an der Schneelage - vor der Fahrt gegenprüfen.

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