Nonntal: Zwischen Stift Nonnberg und Universitätsviertel
Ein Kloster aus dem Jahr 712 und ein Universitätsbau von 2011 liegen hier wenige hundert Meter auseinander. Im Unipark lernen rund 5.500 Studierende, im Stift leben 15 Benediktinerinnen.
Ein Stadtteil mit zwei Gesichtern
Das Nonntal liegt südöstlich der Altstadt am Fuß des Festungsbergs. Auf kurzer Distanz treffen hier zwei Einrichtungen aufeinander, zwischen deren Gründungsdaten rund 1.300 Jahre liegen: ein Benediktinerinnenkloster aus dem frühen 8. Jahrhundert und der größte Universitätsbau der Stadt aus dem Jahr 2011.
Statistisch ist das Nonntal geteilt, und zwar unglücklich: Das Äußere Nonntal bildet gemeinsam mit Freisaal einen eigenen Zählbezirk, das Innere Nonntal steckt dagegen im Bezirk 22 zusammen mit Mönchsberg und Leopoldskron.
| Zählbezirk | Hauptwohnsitze | Nebenwohnsitze |
|---|---|---|
| 24 - Äußeres Nonntal / Freisaal | 5.181 | 939 |
| 22 - Mönchsberg / Inneres Nonntal / Leopoldskron | 1.118 | 209 |
Eine saubere Einwohnerzahl für das Nonntal allein lässt sich daraus nicht bilden - das ist kein Versäumnis, sondern eine Eigenheit der amtlichen Gliederung, die im Überblick zu den Stadtteilen von Salzburg genauer erklärt wird. Auffällig ist die hohe Nebenwohnsitzquote im Äußeren Nonntal: Auf 100 Hauptwohnsitze kommen dort 18 Nebenwohnsitze, gegenüber 12 im Stadtschnitt. Das ist ein typischer Wert für Universitätsnähe.
Stift Nonnberg: durchgehend in Betrieb seit dem 8. Jahrhundert
Am östlichen Ausläufer des Festungsbergs, unterhalb der Festung Hohensalzburg, liegt das Stift Nonnberg. Gegründet wurde es vom heiligen Rupert zwischen 712 und 715 - und es ist seither ohne Unterbrechung in Betrieb. Damit gilt es als das älteste Frauenkloster im deutschen Sprachraum.
Bewohnt wird es von Benediktinerinnen, die nach der Regel des Benedikt von Nursia (480 bis 547) leben, zusammengefasst im Grundsatz "ora et labora". Die Gemeinschaft umfasst derzeit 15 Schwestern; Äbtissin ist seit 2017 M. Veronika Kronlachner.
Für Besucher gilt eine klare Grenze: Frei zugänglich sind nur die Kirche und der Friedhof, der Klosterbereich selbst nicht. Das ist kein Detail am Rande, sondern der Kern eines aktiven Klosters - anders als bei den Museumshäusern der Stadt handelt es sich um einen bewohnten Ort. Näheres steht auf der Seite des Stifts.
Am Weg hinauf, vom Kloster Richtung Festung, steht der sogenannte Nonnberger Hund, eine romanische Löwenskulptur, die einst als Grenzzeichen des inneren Klosterbezirks diente.
Der Unipark: 65 Millionen Euro für 5.500 Studierende
Der zweite prägende Bau ist erst wenige Jahre alt. Der Unipark Nonntal wurde nach dreieinhalbjähriger Bauzeit von Dezember 2007 bis Oktober 2011 errichtet und ist heute das größte und meistgenutzte Gebäude der Paris-Lodron-Universität.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Baukosten | 65 Millionen € |
| Nutzfläche | 17.000 m² |
| Studierende | rund 5.500 |
| Lehrende und Forschende | 350 |
| Architektur | Storch, Ehlers & Partner, Hannover |
| Bauherrin | Bundesimmobiliengesellschaft |
Untergebracht ist dort die Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät mit den Fachbereichen Anglistik, Erziehungswissenschaft, Germanistik, Linguistik, Romanistik, Slawistik sowie Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft. Im Zentrum des Baus liegen eine große Bibliothek und vier Hörsäle.
Die Zahl 5.500 verdient Einordnung: Die Universität Salzburg hat insgesamt knapp 18.000 Studierende. Rund ein Drittel davon lernt also an diesem einen Standort - in einem Stadtteil, dessen Zählbezirk gerade einmal gut 5.000 Hauptwohnsitze zählt. Tagsüber verdoppelt sich die Zahl der Menschen im Viertel damit rechnerisch.
Was das für den Alltag im Viertel bedeutet
Aus dieser Konstellation ergibt sich ein Rhythmus, den andere Stadtteile nicht haben:
- Semesterzeiten prägen den Takt. Während der Vorlesungszeit ist das Viertel tagsüber stark belebt, in den Ferien deutlich ruhiger - ein Muster, das sich auch in der hohen Nebenwohnsitzquote spiegelt.
- Studentisches Wohnen. Die Nähe zum Unipark macht das Nonntal zu einem gefragten Wohngebiet für Studierende, was den Druck auf kleine Wohnungen erhöht. Zur Marktlage siehe Wohnung mieten in Salzburg.
- Kurze Wege in die Altstadt. Vom Nonntal sind Kapitelplatz und Domviertel zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar - anders als bei Stadtteilen jenseits der Salzach entfällt die Brückenquerung.
Der Weg auf den Berg beginnt hier
Das Nonntal ist außerdem einer der historischen Zugänge zum Festungsberg. Über die Nonnberggasse mit ihren vielfach mittelalterlichen Wohnbauten führt ein alter Weg am Kloster vorbei nach oben; alternativ geht es über die Kaigasse und die Nonnbergstiege zum Schartentor.
Wer den Aufstieg macht, spart sich die Festungsbahn - und kommt am Sperrbogen an, wo das Ticket inklusive Talfahrt erhältlich ist. Die Preisunterschiede stehen im Überblick zur Festung Hohensalzburg. Auch der Mönchsberg ist über diese Wege erreichbar, weil Festungsberg und Mönchsberg zusammenhängen.
Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gelten die üblichen Stadttarife, nachzulesen im Überblick zu Obus, Bus und S-Bahn in Salzburg.
Stand August 2026. Bevölkerungszahlen nach der Tabelle des Stadtarchivs zum Stichtag 1.1.2026, Angaben zum Unipark nach der Universität Salzburg, Angaben zum Stift nach der Abtei Nonnberg. Die Quoten je 100 Hauptwohnsitze sind aus den amtlichen Zahlen gerechnet.