Klettern in Salzburg: Hallen, Felsen, Kurse
Zwei große Hallen im Stadtgebiet, ein Klettersteig am Kapuzinerberg, der vier Monate im Jahr gesperrt ist, und zwei Ziele im Tennengau. Mit Wandhöhen, Routenzahlen, Tarifen und der Frage, wo Anfänger ohne Partner klettern können.
Zwei Hallen, ein Klettersteig und eine viermonatige Sperre
Das Kletterangebot im Stadtgebiet ist überschaubar und dafür klar aufgeteilt. Eine große Halle deckt Seilklettern und Bouldern zusammen ab, eine zweite ist reine Boulderhalle ohne Seil und ohne Partner. Dazu kommt etwas, das keine andere österreichische Landeshauptstadt in dieser Form hat: ein Klettersteig im Stadtgebiet, dessen Ausstieg direkt in ein Kapuzinerkloster und von dort in die Linzer Gasse führt.
Der wichtigste Planungspunkt betrifft genau diesen Steig. Er ist von 1. März bis 30. Juni gesperrt, damit die Vögel in der Wand brüten können - also über das ganze Frühjahr, in dem man ihn am ehesten gehen würde. Wer im Mai am Fels stehen will, muss die Stadt verlassen.
Kennen Sie eine Kletteranlage in Salzburg, die hier fehlt? Schreiben Sie uns eine Mail an [email protected].
Die Hallen im Stadtgebiet
5020 Salzburg
Die Kletterhalle an der Wasserfeldstraße ist die einzige Anlage der Stadt, in der Sie am Seil klettern können, und mit über 2.500 Quadratmetern die größte. Die Wände reichen bis 17 Meter, auf dem Plan stehen über 150 Routen und über 160 Boulder, dazu 17 Toprope-Stationen und acht Selbstsicherungsautomaten - der entscheidende Punkt für alle, die ohne Partnerin oder Partner kommen. Ein Außenbereich mit 60 Routen auf 16 Metern liegt an der Salzach mit Blick auf die Festung, dazu kommen ein Trainingsbereich mit Campusboard und Kilterboard, ein eigener Kinderbereich mit Griffen in Tierform, das Szene Café und ein Shop mit Ausrüstung von Mammut, Black Diamond und Petzl. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 10 bis 22 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 21 Uhr. Vor der Tür stehen über 100 Gratisparkplätze. Betrieben wird das Haus unter dem Dach der Naturfreunde Salzburg.
5020 Salzburg
Die boulderbar in der Richard-Kürth-Straße kommt ohne Seil aus: über 1.800 Quadratmeter Boulderfläche, dazu eine 300 Quadratmeter große Panoramabar, die den Betrieb hier so stark prägt wie die Wand. Die Routen werden zweimal pro Woche neu geschraubt, ein Moonboard und eine Trainingsgalerie decken den Leistungsbereich ab. Der Kinderbereich hat rund 70 eigene Boulder und ist ab drei Jahren freigegeben; Kinder unter sechs Jahren klettern in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen gratis. Der Boulderführerschein ab sechs Jahren kostet nichts, Geburtstagspakete beginnen bei 99 Euro, und im Kursprogramm stehen 16 Termine für Kinder, Anfänger und Fortgeschrittene. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 10 bis 22 Uhr, mittwochs bereits ab 7 Uhr, Samstag von 9 bis 22 Uhr und Sonntag sowie an Feiertagen von 9 bis 21 Uhr. Der Mittwochmorgen ist damit das früheste Kletterfenster der Stadt.
Am Fels: der Klettersteig am Kapuzinerberg
5020 Salzburg
Der City Wall Klettersteig hängt in der Wand des Kapuzinerbergs und ist von den Naturfreunde Salzburg eingerichtet und betreut. Die ursprüngliche Kapuziner-Gams-Route ist mit Grad E bewertet und verlangt Kraft; seit 2014 gibt es eine leichtere Variante im Grad C, die den Steig auch für Einsteiger öffnet. Gemessen wird die Sache in Minuten statt in Stunden: 50 Höhenmeter auf 90 Metern Wegstrecke, rund 20 Minuten reine Kletterzeit, mit 15 Minuten Zustieg und 20 Minuten Abstieg zusammen etwa 55 Minuten. Der Zustieg beginnt am Ausgang Schallmoos des Hauptbahnhofs, führt zur Linzer Gasse und über die Glockengasse an den Fels. Die Sicherung mit Stahlseil und Klemmen gilt als sehr gut, komplette Klettersteigausrüstung ist Pflicht, Handschuhe empfehlen sich für die schweren Passagen. Zu beachten ist die Sperre von 1. März bis 30. Juni zum Schutz brütender Vögel. Wer den Berg lieber zu Fuß nimmt, findet die Wege beim Kapuzinerberg.
Halbtagsziele außerhalb der Stadt
5400 Hallein
Die Boulderhalle der Alpenverein-Sektion Hallein liegt im Tennengau und ist mit der S-Bahn ab Salzburg Hauptbahnhof gut zu erreichen - ein Halbtagsziel, kein Tagesausflug. Sie wird ehrenamtlich betrieben und hat deshalb ein ungewöhnliches Zugangsmodell: Geöffnet ist täglich von 8 bis 22 Uhr, aber der Eintritt läuft ausschließlich über eine Magnetkarte, die bei der ersten Anmeldung gegen 5 Euro Kaution ausgegeben wird. Das Büro ist nur mittwochs von 17 bis 19:30 Uhr besetzt, Termine außerhalb dieser Zeit lassen sich telefonisch vereinbaren. Wer also spontan an einem Sonntagvormittag hinfährt, ohne die Karte vorher geholt zu haben, steht vor einer verschlossenen Tür. Mitglieder des Alpenvereins zahlen ermäßigt. Für Kinder und Jugendliche gibt es feste Gruppen: Boulder-Minis von 6 bis 9 Jahren, eine Kinderklettergruppe von 9 bis 12 und eine Jugendgruppe ab 13.
5081 Anif
Der Kletterpark im Waldbad Anif ist kein Sportklettern, sondern ein Hochseilgarten in den Bäumen - und deshalb das Ziel für Familien, bei denen nicht alle an die Wand wollen. Die Gemeinde Anif liegt südlich der Stadtgrenze im Flachgau. Geöffnet ist in der Saison täglich von 10 bis 18 Uhr, bis Mitte September. Erwachsene zahlen 31 Euro für alle Parcours, Jugendliche ab 14, Studierende und Zivildiener 26 Euro, Kinder bis 13 Jahre 21 Euro für die Parcours 1 bis 5 oder ebenfalls 26 Euro für alle. Der MiniKletterpark für die Kleinen kostet 8 Euro pro Kind, Begleitpersonen zahlen denselben Betrag; ab 25 Kindern sinkt der Preis auf 6 Euro. Der Speed Flying Fox kostet 16 Euro einzeln oder 11 Euro als Zubuchung. Zwei Bedingungen sollten Sie vorher kennen: Für den Hauptparcours in Begleitung Erwachsener ist eine Mindestgröße von 100 Zentimetern nötig, ab 14 Jahren darf allein geklettert werden - und im Wald wird ausschließlich bar bezahlt. Der Eintritt ins Waldbad ist im Kletterpreis enthalten.
Was ein Klettertag kostet
Die boulderbar veröffentlicht als einzige Anlage eine vollständige Preisliste, gestaffelt nach Alter und Uhrzeit. Für Salzburg und Linz gelten dabei niedrigere Sätze als für die Wiener Standorte:
| Kategorie | Tageskarte | Happy Hour | 10er-Block | Jahreskarte |
|---|---|---|---|---|
| Erwachsene ab 18 | 13,90 € | 11,70 € | 120,00 € | 620,00 € |
| Studierende 18 bis 26 | 12,50 € | 10,10 € | 110,00 € | 565,00 € |
| Jugendliche 14 bis 17 | 11,20 € | 8,90 € | 100,00 € | 395,00 € |
| Kinder bis 13 | 9,90 € | 7,40 € | 90,00 € | 280,00 € |
| Familienkarte | 27,80 € | - | - | - |
Die Happy Hour läuft von Montag bis Freitag bis 15 Uhr, an Feiertagen nicht, und drückt den Eintritt um rund 16 Prozent. Leihschuhe kosten 4,50 Euro für Erwachsene und Jugendliche, 2,50 Euro für Kinder, Leihchalk 2 Euro. Ein Detail für alle, die auch außerhalb Salzburgs bouldern: Karten aus Salzburg gelten nur in Salzburg und Linz, nicht in Wien - nur das eigene Boulderticket funktioniert österreichweit.
Die Kletterhalle Salzburg rechnet anders und setzt stärker auf Dauergäste. Das Abo für den Boulderbereich kostet 53 Euro im Monat, jenes für die gesamte Kletteranlage 72 Euro, jeweils für Erwachsene, ohne festes Enddatum und in den ersten drei Monaten nicht kündbar. Der Zehnerblock spart 20 Euro gegenüber zehn einzelnen Tageskarten, ist fünf Jahre gültig, kann von mehreren Personen derselben Kategorie genutzt werden und bringt die Fast Lane beim Check-in. Jahreskarten sind dagegen personengebunden und nicht übertragbar. Tageskarten für Erwachsene, Jugendliche, Kinder und Studierende gibt es ebenfalls; die aktuellen Sätze stehen auf der Preisseite der Kletterhalle und im Onlinebuchungssystem.
Womit Anfänger starten
Für den Einstieg ist die Frage nach dem Kletterpartner wichtiger als die nach dem Preis. Bouldern geht ohne Seil und damit ohne zweite Person - in der boulderbar ist das das ganze Konzept, in der Kletterhalle Salzburg deckt der 200 Quadratmeter große Boulderbereich denselben Bedarf ab. Wer am Seil klettern will, aber niemanden zum Sichern hat, ist auf die acht Selbstsicherungsautomaten der Kletterhalle angewiesen; sie halten das Seil straff und bremsen den Sturz selbständig.
Vorkenntnisse braucht es in keiner der beiden Hallen. Die Kletterhalle nennt drei Wege für den ersten Besuch: Bouldern über Matten, Seilklettern am Automaten oder der Kinderbereich mit Tiergriffen. Die boulderbar vergibt den Boulderführerschein ab sechs Jahren gratis und führt 16 eigene Kurse. Beide Häuser verleihen Ausrüstung.
Wer vom Kunstgriff an den echten Fels will, hat rund um Salzburg zwei realistische Wege. Der erste ist der City Wall Klettersteig am Kapuzinerberg, außerhalb der Brutzeitsperre und mit vollständiger Ausrüstung. Der zweite führt an den Untersberg, wo die Seilbahn den Zustieg auf wenige Minuten verkürzt - die Preise und Betriebszeiten stehen dort. Für ganze Bergtage im Land ist das Wegenetz in Wandern im Salzburger Land beschrieben, inklusive der Frage, welche Ausgangspunkte mit Bus und Bahn erreichbar sind. Die Kurse und Touren des Alpenvereins laufen über die Terminliste der Sektion Salzburg in der Nonntaler Hauptstraße 86.
Alle Angaben Stand August 2026. Der Kletterpark Anif hat Saison bis Mitte September, der City Wall Klettersteig ist von 1. März bis 30. Juni gesperrt - Preise und Öffnungszeiten der Hallen können sich ändern.