SALZBURG JOURNAL

Theater in Salzburg: Die Bühnen der Stadt

Zwei Häuser mit eigenem Ensemble, ein Marionettentheater mit UNESCO-Auszeichnung, eine Bühne für 60 Personen und ein Gewölbe, in dem Josef Hader anfing. Wer was spielt und was es kostet.

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Theater in Salzburg: Die Bühnen der Stadt

Wie sich die Salzburger Bühnenlandschaft sortiert

Die Stadt Salzburg selbst zieht in ihrer Übersicht zur Theaterstadt eine klare Linie: Zwei Bühnen haben ein eigenes Ensemble in nennenswerter Größe - das Salzburger Landestheater und das Schauspielhaus Salzburg. Dazu kommen mit dem OFF Theater und dem Toihaus zwei Häuser mit kleinem Ensemble, eine beachtliche Zahl freier Theatergruppen und mehrere kommerziell betriebene Spielorte.

Das ist für eine Stadt mit rund 158.000 Einwohnern eine dichte Struktur, und sie hat einen zweiten Takt: Im Juli und August verschiebt sich das Gewicht komplett zu den Festivals, im Dezember kommt mit dem Winterfest ein weiterer Schwerpunkt dazu.

Die beiden Ensemblehäuser

Salzburger Landestheater

Das Haus von Fellner & Helmer an der Schwarzstraße ist das größte Sprechtheater der Stadt und bespielt vier Sparten. Details zu Sitzplätzen, Spielstätten, Kartenpreisen und dem Angebot für unter 30-Jährige stehen im eigenen Beitrag zum Salzburger Landestheater.

Schauspielhaus Salzburg

Das Schauspielhaus in der Erzabt-Klotz-Straße 22 arbeitet mit eigenem Ensemble und spielt Abendstücke, Kinder- und Jugendstücke sowie die Reihe Salon Populaire mit Lesungen, Musik, Comedy und Gastspielen.

Die Preise für die Spielzeit 2026/27 nach eigener Preisübersicht:

KategorieAbendstückKinder- und Jugendstück
Regulär33,00 €18,00 €
Ermäßigt (bis 30 Jahre, Behindertenpass)19,00 €10,50 €
Ab 60 Jahren (nicht bei Premieren)28,00 €-
Gruppe ab 10 Personen27,00 €-
Schulgruppe ab 10 Personen12,00 €9,50 €
Last Minute (ab 30 Min. vor Beginn, bis 30 Jahre)11,00 €-

Zwei Angebote sind leicht zu übersehen: Der StudiMittwoch kostet 11 Euro, und das Familienangebot für Kinderstücke liegt bei 48 Euro für zwei Erwachsene und zwei Kinder bis 14 Jahre; jedes weitere Kind 9,50 Euro, jede weitere erwachsene Person 14,50 Euro.

Bemerkenswert ist die angeschlossene Schauspielakademie. Die Ausbildung dauert vier Jahre und endet mit der Reifeprüfung vor der Paritätischen Prüfungskommission für den Bühnenberuf in Wien, was zum Führen eines staatlichen Diploms berechtigt. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr stehen die Studierenden in aufbauenden Rollen in Produktionen des Hauses auf der Bühne - Publikum und Ausbildung sind hier also nicht getrennt. Das Kartenbüro hat Montag bis Freitag von 10 bis 14.30 Uhr offen, die Theaterkassa öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Das Marionettentheater: 1913 gegründet, seit 2016 UNESCO-Kulturerbe

Das Salzburger Marionettentheater in der Schwarzstraße 24 ist die international bekannteste Salzburger Bühne neben den Festspielen - und die mit der längsten Familiengeschichte.

Gegründet hat es der Bildhauer Anton Aicher (1859 bis 1930), der die Bildhauerklasse der Staatsgewerbeschule in Salzburg leitete. Vorbild war das Münchner Marionettentheater von Josef Leonhard Schmid. Am 27. Februar 1913 gab es den ersten öffentlichen Auftritt mit Mozarts Singspiel "Bastien und Bastienne"; die ersten Marionetten waren nur 20 bis 30 Zentimeter groß. Aicher entwickelte dafür ein eigenes Führungskreuz - das "Salzburger Kreuz", das in perfektionierter Form bis heute verwendet wird.

Drei Generationen der Familie Aicher führten das Haus fast 100 Jahre lang. Ein paar Wegmarken aus der Chronik des Theaters:

  • 1936: Gastspiele in Moskau und Leningrad vor bis zu 2.500 Zuschauern - dafür mussten größere Marionetten gebaut werden. 1937 Goldmedaille beim Puppentheater-Wettbewerb der Pariser Weltausstellung.
  • NS-Zeit: Das Theater wurde zum Propagandainstrument, tourte durch Deutschland und wurde in den späteren Kriegsjahren als "Fronttheater" in Norwegen eingesetzt. Das Haus benennt diesen Abschnitt auf seiner eigenen Geschichtsseite ausdrücklich.
  • 1950: Sperre des Stammhauses im Borromäum wegen Baufälligkeit - Dutzende Inszenierungen mussten aufgegeben werden. Danach der Wechsel zu Tonaufnahmen, der große Opern in mehreren Sprachen erst möglich machte.
  • 1952 bis 1991: Günther Schneider-Siemssen als alleiniger Ausstatter aller Produktionen. Er begann seine Karriere hier.
  • 1971: Bezug des festen Hauses in der Schwarzstraße 24, nach zehn Jahren im Ausweichquartier im Kapitelsaal.
  • 2016: Die österreichische UNESCO-Kommission nimmt die Spielpraxis des Hauses als "höchst entwickelte Form des Puppen- und Figurentheaters" in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.

Gespielt wird illusionistisch: Die Puppenspielerinnen und Puppenspieler bleiben unsichtbar, die Marionette ahmt in ihrer Bewegung den Menschen nach. Das Kernrepertoire liegt bei Mozart-Opern, dazu kommen "The Sound of Music", "Der Ring des Nibelungen", "Alice im Wunderland" und Stücke für Kinder.

Die kleinen Häuser

Toihaus Theater

Das Toihaus in der Franz-Josef-Straße 4 ist ein Haus für Tanz, Musik und bildende Kunst in Kombination. Die Bühne fasst je nach Aufbau bis zu 60 Personen - das ist die kleinste Zahl unter den regelmäßig bespielten Salzburger Bühnen und erklärt, warum Karten dort oft früh weg sind.

Begonnen hat es 1984 mit dem Verein "Löwenzahn - Verein für Theaterräume". Seit 2002 zählt das Haus zu den österreichischen Wegbereitern der Kunst für die Allerjüngsten und ist eines der wenigen europäischen Theater, das sowohl für Erwachsene als auch für Kinder produziert. Seit 2007 veranstaltet es alle zwei Jahre das Festival BimBam mit internationalen Stücken für Klein- und Kleinstkinder. Geleitet wird das Toihaus seit 2018 von den Choreografinnen Cornelia Böhnisch und Katharina Schrott sowie der administrativen Leiterin Karin Buchauer.

Die Produktionen kommen ohne Sprache aus, was zwei praktische Folgen hat: Sie funktionieren für sehr junge Kinder ebenso wie für Publikum ohne Deutschkenntnisse, und sie gehen regelmäßig auf Tournee. Vorstellungen finden zu unterschiedlichen Tageszeiten statt. Kontakt: +43 662 874439, [email protected].

kleines theater

Das kleine theater in der Schallmooser Hauptstraße 50 liegt am Fuß des Kapuzinerbergs und spielt in einem Gewölbe. Es bezeichnet sich als "haus der freien szene" und ist nach eigenen Angaben seit über 30 Jahren fixer Bestandteil der Salzburger Kulturszene. Das Programm mischt Theaterproduktionen, Kabarett, Konzerte sowie Jugend- und Kinderstücke.

Ein Detail aus der eigenen Hausbeschreibung, das die Rolle des Hauses gut zeigt: Bereits in den 1980er-Jahren gastierten hier Josef Hader und Alfred Dorfer. Träger ist der Verein Zentrum für Theater und Kultur. Karten gibt es unter +43 662 87 21 54, das Büro ist unter +43 662 88 02 19 erreichbar, beides Montag bis Donnerstag von 10 bis 12.30 Uhr. Im Sommer 2026 war von 13. Juli bis 21. August Pause - wer im Hochsommer kommt, sollte das einplanen.

Szene Salzburg und ARGEkultur

Zwei weitere Häuser der freien Szene haben eigene Beiträge: die Szene Salzburg am Anton-Neumayr-Platz für zeitgenössischen Tanz und Performance samt ihrem Festival Sommerszene, und die ARGEkultur in Nonntal, das größte autonome Kulturzentrum außerhalb Wiens. Beide spielen ganzjährig und decken zusammen einen Großteil dessen ab, was in Salzburg unter freiem Theater läuft.

Die Stadt nennt in ihrer Übersicht außerdem das OFF Theater, das republic als offenen Kulturraum mit Ganzjahresbespielung und die TriBühne Lehen als regelmäßig bespielte Aufführungsorte, dazu kommerzielle Spielstätten wie das Braugewölbe und das OVAL. Für diese Häuser ließ sich keine eigene erreichbare Website finden - Programm und Termine laufen dort über andere Kanäle.

Der Sommer und der Dezember

Zwei Zeiträume funktionieren anders als der Rest des Jahres.

Juli und August gehören den Salzburger Festspielen, der SommerSZENE und dem Salzburger Sommertheater. In dieser Zeit sind Spielstätten belegt, die sonst anders genutzt werden, und mehrere Häuser der freien Szene machen Pause - die Auslastung der Stadt verschiebt sich fast vollständig.

Ende November bis Anfang Jänner läuft das Winterfest, ein Festival für zeitgenössischen Zirkus. Die kommende Ausgabe ist auf der Festivalseite mit 25. November 2026 bis 6. Jänner 2027 angegeben. Gespielt wird in Zelten, das Programm ist überwiegend nicht sprachgebunden und damit für Familien mit kleinen Kindern brauchbar.

Wo Karten deutlich billiger werden

Fast jedes Haus hat ein Restkarten- oder Jungpublikumsmodell, und die Unterschiede sind erheblich - zwischen regulärem und ermäßigtem Preis liegt an den großen Bühnen mehr als die Hälfte. Die belegten Varianten im Vergleich:

  • Schauspielhaus, Last Minute: 11 Euro. Ab 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn, für alle bis 30 Jahre und für Inhaberinnen und Inhaber eines Behindertenpasses - statt 33 Euro regulär.
  • Schauspielhaus, StudiMittwoch: 11 Euro für die entsprechenden Termine.
  • Landestheater: 9 Euro für unter 30-Jährige, ebenfalls ab 30 Minuten vor Beginn.
  • ARGEkultur: 30 Prozent Nachlass für Studierende und Lehrlinge.
  • Schulgruppen zahlen im Schauspielhaus 12 Euro pro Person im Abendstück und 9,50 Euro im Kinderstück, jeweils ab zehn Personen.

Die Last-Minute-Modelle setzen voraus, dass man vor Ort ist und mit dem Risiko lebt, dass nichts übrig bleibt - dafür kostet ein Theaterabend dann weniger als zwei Kinokarten. Wer plant statt spontan geht, fährt mit Abos oder dem Freundeskreis besser: Im Schauspielhaus zahlen Mitglieder 25 statt 33 Euro.

Kurzüberblick

HausAdresseSchwerpunkt
Salzburger LandestheaterSchwarzstraße 22vier Sparten, größtes Ensemble
Schauspielhaus SalzburgErzabt-Klotz-Straße 22Schauspiel, Kinder und Jugend, eigene Akademie
Salzburger MarionettentheaterSchwarzstraße 24Marionettenoper, UNESCO-Kulturerbe
Toihaus TheaterFranz-Josef-Straße 4Tanz und Performance, Kunst für die Allerjüngsten
kleines theaterSchallmooser Hauptstraße 50freie Szene, Kabarett, Gewölbebühne
Szene SalzburgAnton-Neumayr-Platz 2zeitgenössischer Tanz, Sommerszene
ARGEkulturUlrike-Gschwandtner-Straße 5freies Kulturzentrum, bis 350 Veranstaltungen

Stand August 2026. Alle Angaben nach den Websites der jeweiligen Häuser sowie der Theaterübersicht der Stadt Salzburg. Preise gelten für die Spielzeit 2026/27 und ändern sich - vor dem Kartenkauf gegenprüfen.

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