SALZBURG JOURNAL

Die ARGEkultur: Salzburgs größtes freies Kulturzentrum

Bis zu 350 Veranstaltungen im Jahr, rund 40.000 Besucher und ein Saal für 450 Stehplätze. Studierende und Lehrlinge zahlen 30 Prozent weniger - im Sommer bleibt der Infopoint aber bis Ende August zu.

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Die ARGEkultur: Salzburgs größtes freies Kulturzentrum

Zwei Säle, 2.300 Quadratmeter

Die ARGEkultur in der Ulrike-Gschwandtner-Straße 5 bezeichnet sich selbst als größtes freies Kulturzentrum Salzburgs - also als größtes Haus, das weder Festspiele noch Landestheater ist. Sie arbeitet gemeinnützig und versteht sich als Einrichtung, die unabhängig von politischen, staatlichen und anderen gesellschaftlichen Institutionen agiert.

Die Zahlen dahinter:

KennzahlWert
Veranstaltungen pro Jahrbis zu 350
Besucher pro Jahrrund 40.000
Großer Saalbis 257 Sitzplätze oder 450 stehend
Studiobis 99 Personen
Nutzfläche gesamtrund 2.300 m²

Dazu kommen fünf Musikproberäume, ein Werkstattraum, ein Kurs- und Proberaum, ein Seminarraum sowie ein Produktionsbüro. Das Haus ist damit nicht nur Spielort, sondern auch Produktionsstätte - ein Unterschied, der das Programm prägt.

Bespielt werden die Sparten Theater, Tanz und Performance, Musik, Kabarett, Medienkunst und Gaming sowie Text und Diskurs. Die Spannweite reicht nach eigener Beschreibung von experimentellen Kunstprojekten bis zur Populär- und Alltagskultur.

Von einer Initiative am Rainberg ins Nonntal

Die Geschichte beginnt 1981, als sich rund 50 Initiativen zum Verein ARGE Rainberg zusammenschlossen. Das ursprüngliche Ziel war ambitioniert: ein Kulturareal von 24.000 Quadratmetern am Rainberg. Die Verhandlungen scheiterten.

1987 zog der Verein stattdessen ins Nonntal und richtete sich in einem umgebauten HTL-Übungsgebäude von rund 1.100 Quadratmetern ein. Erst im Neubau bekam das Haus seine heutige Form: Baubeginn war der 12. Dezember 2003, eröffnet wurde am 6. Oktober 2005.

Aus 1.100 Quadratmetern Provisorium wurden also gut 2.300 Quadratmeter Kulturzentrum - und aus einer gescheiterten Arealvision ein Haus, das heute den größten Teil der freien Szene Salzburgs beherbergt.

Ein weiterer Umbau ist geplant: Die ARGEkultur will Eingangs- und Foyerbereich vergrößern und offener gestalten, um mehr Platz für Publikum sowie für Kunst und Kultur zu schaffen. Die Planung ist fertig, Gespräche mit Stadt und Land über Finanzierung und Zeitplan laufen.

Karten: 30 Prozent für Studierende und Lehrlinge

Ermäßigt wird um 30 Prozent auf die Abendkassapreise - für Studierende, Lehrlinge und Mitglieder. Über die Aktion Hunger auf Kunst & Kultur gibt es freien Eintritt.

Wichtiger als die Prozentzahl sind die Fristen, an denen Besuche scheitern:

  • Der Vorverkauf endet am Veranstaltungstag um 15 Uhr, beziehungsweise um 19 Uhr am vorangehenden Werktag.
  • Die Abendkassa öffnet eine Stunde vor Beginn.
  • Reservierte Karten müssen spätestens 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn abgeholt werden - danach verfallen sie.

Der Infopoint ist unter +43 662 848784 erreichbar, geöffnet dienstags von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs bis freitags von 11 bis 13 und von 17 bis 19 Uhr.

Die Sommerpause ist zu beachten: Der Infopoint bleibt bis 31. August geschlossen, von 1. bis 14. September gelten Sonderzeiten. Das trifft dieselbe Zeit wie beim Rockhouse, dessen Servicecenter von 7. Juli bis 23. August zu hat - wer im Hochsommer persönlich Karten kaufen will, findet in der freien Szene also kaum eine offene Kassa.

Anfahrt und Umfeld

Die ARGEkultur liegt im Nonntal, in unmittelbarer Nachbarschaft des Universitätsviertels. Die Buslinien 27 und 165 halten direkt vor dem Haus an der Haltestelle Ulrike-Gschwandtner-Straße; die Fahrpreise stehen im Überblick zu Obus, Bus und S-Bahn in Salzburg.

Mit dem Auto bietet sich die Garage am Unipark an, dazu kommen Stellplätze in den umliegenden Zonen - was dort gilt, steht im Überblick zum Parken in Salzburg.

Die Lage neben dem Unipark mit seinen rund 5.500 Studierenden erklärt einiges am Publikum und am Ermäßigungssystem: Das Haus liegt dort, wo seine wichtigste Zielgruppe ohnehin täglich ist.

Was das Haus von den anderen Bühnen unterscheidet

Salzburgs Bühnenlandschaft ist klar aufgeteilt. Das Landestheater bespielt mit vier Sparten den klassischen Stadttheaterbetrieb, das Rockhouse die populäre Musik. Die ARGEkultur besetzt dazwischen ein eigenes Feld: freie Produktionen, Diskursformate, Medienkunst und Kabarett - und das in einem Haus, das gleichzeitig Proberäume vermietet.

Zwei Angebote fallen dabei auf, weil sie über den reinen Spielbetrieb hinausgehen: ein eigenes Awareness-Konzept für Veranstaltungen sowie ein Format für Menschen, die alleine kommen und dort Leute kennenlernen möchten. Beides zielt auf ein Publikum, das nicht ohnehin in Abo-Strukturen eingebunden ist.

Relaxed Performances: Theater ohne Stillsitzen

Das bemerkenswerteste Angebot des Hauses heißt Entspannt in die ARGE und richtet sich an alle, für die die üblichen Theaterkonventionen eine Hürde sind. Genannt werden ausdrücklich Menschen mit Demenz samt Begleitung, Menschen im Autismus-Spektrum, Familien mit Kindern, Menschen mit Tourette-Syndrom, Menschen mit chronischen Schmerzen und alle, denen langes Sitzen schwerfällt.

Konkret heißt das bei diesen Vorstellungen:

  • Wer eine Pause braucht oder sich bewegen möchte, kann jederzeit den Raum verlassen und wiederkommen.
  • Die Türen bleiben offen, das Saallicht bleibt gedämpft statt ganz dunkel.
  • Geräusche aus dem Publikum sind ausdrücklich erlaubt.
  • Der Einlass beginnt früher, damit kein Zeitdruck entsteht.

Dazu kommen Angaben auf den Veranstaltungsseiten, die anderswo fehlen: Hinweise auf sensorische und emotionale Auslöser wie Lichteffekte, Lautstärke, Bühneneffekte oder Publikumsbeteiligung, jeweils mit Altersempfehlung. Wer wissen will, ob eine Vorstellung Stroboskoplicht oder laute Passagen enthält, findet das also vorab - eine Information, die im übrigen Kulturbetrieb der Stadt selten so systematisch bereitsteht.

Stand August 2026. Alle Angaben zu Geschichte, Sälen, Kapazitäten, Ermäßigungen und Öffnungszeiten nach der offiziellen Darstellung der ARGEkultur Salzburg. Kartenpreise variieren je Veranstaltung und werden nicht pauschal veröffentlicht.

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