SALZBURG JOURNAL

Karten fürs Salzburger Landestheater: Was Sie wirklich zahlen

707 Sitzplätze, rund 400 Vorstellungen im Jahr und vier Sparten in einem Haus von Fellner & Helmer. Wer unter 30 ist, kommt 30 Minuten vor Beginn für 9 Euro hinein.

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Karten fürs Salzburger Landestheater: Was Sie wirklich zahlen

Ein Haus mit 707 Plätzen und vier Sparten

Das Landestheater ist die größte ganzjährig bespielte Bühne der Stadt - und damit das Gegenstück zu den Festspielen, die nur im Sommer stattfinden. Der Betrieb umfasst vier Sparten: Oper, Schauspiel, Ballett und Junges Land für das junge Publikum. Wer wissen will, was gerade auf dem Spielplan steht, findet die laufenden Produktionen beim Salzburger Landestheater; hier geht es um die Preise.

In Zahlen heißt das rund 400 Vorstellungen pro Jahr und etwa 25 Neuproduktionen je Saison, getragen von rund 340 Mitarbeitenden aus 35 Ländern. Das Haupthaus fasst 707 Zuschauer auf drei Ebenen - Parkett, Rang und Balkon.

Gespielt wird nicht nur dort. Zum Betrieb gehören die Kammerspiele, 1971 als Studiobühne eröffnet, und die Bühne 24 im Salzburger Marionettentheater, die seit 2010 bespielt wird. Für große Produktionen kommen das Große Festspielhaus und das Haus für Mozart als Partnerspielstätten dazu.

Fellner & Helmer bauten das Haus in einem Jahr

Die Theatergeschichte am Ort beginnt 1775: Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo ließ anstelle eines Ballhauses ein Fürstbischöfliches Hoftheater errichten. Eröffnet wurde es mit dem Stück "Die Gunst des Fürsten" von Christian Heinrich Schmid; das Haus machte sich mit Schiller-Inszenierungen einen Namen. Emanuel Schikaneder - später Librettist der Zauberflöte - leitete es 1780/81 und noch einmal 1786.

Das heutige Gebäude entstand 1892/93 nach Plänen des Wiener Büros Fellner & Helmer, das im späten 19. Jahrhundert Theater in ganz Mitteleuropa baute und den eisernen Vorhang als Sicherheitseinrichtung einführte. Eröffnet wurde am 1. Oktober 1893 mit der Ouvertüre zu Mozarts "La clemenza di Tito".

Eine Fußnote der Theatergeschichte: Max Reinhardt begann hier seine Laufbahn als Schauspieler, bevor er 1920 zu den Mitbegründern der Salzburger Festspiele wurde. Die Verbindung zwischen ganzjährigem Stadttheater und Festspielsommer ist also älter als die Festspiele selbst.

Wer unter 30 ist, zahlt 9 Euro

Reguläre Kartenpreise veröffentlicht das Haus nicht pauschal - sie hängen von Produktion, Kategorie und Termin ab und stehen beim jeweiligen Stück. Die Ermäßigungen sind dagegen klar geregelt und teils erheblich:

GruppeErmäßigung
Schülerinnen, Lehrlinge und Studierende unter 3050 %
Menschen mit Behindertenpass ab 50 %50 %
Kinder mit Familienpass50 %
Seniorinnen und Senioren ab 6520 %
Erwachsene mit Familienpass20 %
Mitglieder ÖI Club samt Begleitung10 %
Gruppeneine Freikarte je 20 Vollpreiskarten

Der wichtigste Posten steht allerdings nicht in Prozent: Last-Minute-Karten für unter 30-Jährige kosten 9 Euro, erhältlich ab 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn an der Abendkassa. Am Studierenden-Mittwoch gilt dieser Preis bereits an der Tageskassa, also ohne Warten bis zum Abend.

Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer besuchen die Vorstellungen frei, sofern ein entsprechender Platz verfügbar ist. Premieren und einzelne Sondervorstellungen sind von den Ermäßigungen ausgenommen, die genauen Bedingungen stehen in der Ermäßigungsübersicht des Hauses.

Für wen sich welcher Weg lohnt

Aus der Struktur ergeben sich drei klare Empfehlungen:

  • Unter 30 und spontan: Der Neun-Euro-Preis an der Abendkassa ist konkurrenzlos - günstiger als jedes Kinoticket und deutlich unter den 50 Prozent Ermäßigung, die im Vorverkauf gelten. Der Preis für die Spontaneität ist das Risiko, bei ausverkauften Vorstellungen leer auszugehen.
  • Familien: Mit dem Salzburger Familienpass zahlen Erwachsene 20 und Kinder 50 Prozent weniger. In Kombination mit der Sparte Junges Land ist das Haus damit eine der günstigeren Kulturadressen der Stadt.
  • Regelmäßige Besucher: Für sie gibt es ein breites Abosystem - von Sparten- und Premierenabos über Wahlabos bis zu Nachmittags- und Kinderabos.

Was ein Abo tatsächlich bringt

Sieben Aboschienen stehen zur Wahl: das Premierenabo mit Empfängen und Vorkaufsrecht, die Großen Aboreihen mit acht Vorstellungen quer durch alle Sparten, Nachmittagsabos für Matineen und Seniorenvorstellungen, Spartenabos für einzelne Disziplinen, Kinder- und Jugendabos, flexible Wahlabos sowie die Reihe Quer durch die Stadt, die mehrere Spielorte kombiniert.

Die Vorteile gehen über den Preis hinaus, auch wenn der zuerst zählt: Das Haus nennt Ersparnisse von bis zu 60 Prozent gegenüber Einzelkarten, dazu zehn Prozent Treuerabatt auf weitere Vorstellungen, 20 Prozent auf Begleitkarten zum Abopreis und 40 Prozent auf besondere PLUS-Produktionen. Abonnenten wählen ihren Stammplatz für die ganze Spielzeit zuerst, können Termine tauschen und Karten weitergeben.

Ein Detail, das leicht übersehen wird: Die Abokarte gilt als Fahrschein im öffentlichen Verkehr. Wer von außerhalb anreist, spart damit zusätzlich zu jedem Theaterbesuch den Fahrpreis - bei acht Vorstellungen im Jahr summiert sich das.

Was das Haus vom Festspielsommer unterscheidet

Beide bespielen dieselbe Stadt, aber mit gegensätzlicher Logik. Die Festspiele konzentrieren sich auf wenige Wochen mit internationalem Publikum und entsprechenden Kartenpreisen; das Landestheater verteilt rund 400 Vorstellungen über die Saison und richtet sich in erster Linie an Salzburgerinnen und Salzburger.

Praktisch heißt das: Wer im Sommer keine Festspielkarte bekommt, findet hier trotzdem Programm - und wer im Winter kommt, hat überhaupt nur diese Wahl. Für den Rest des Kulturangebots in der Stadt lohnt der Blick auf die Sehenswürdigkeiten in Salzburg, für Familien mit Kindern das Haus der Natur.

Adresse, Kartenbüro und Öffnungszeiten

Das Haupthaus steht in der Schwarzstraße 22 in 5020 Salzburg, unweit des Mirabellgartens und damit im Bereich der zentralen Obus-Achsen; die Fahrpreise stehen im Überblick zu Obus, Bus und S-Bahn.

Das Kartenbüro liegt um die Ecke an der Theatergasse, Zugang Schwarzstraße 16. Geöffnet ist es Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und Samstag von 10 bis 13 Uhr; im Juli und August verkürzt auf Montag bis Freitag 10 bis 13 Uhr. Karten telefonisch unter +43 662 87 15 12-222, für Abos unter -241, per E-Mail an [email protected] beziehungsweise [email protected].

Online lassen sich Karten rund um die Uhr bis unmittelbar vor Vorstellungsbeginn kaufen. Zum Betrieb gehören außerdem das Probenzentrum Aigen und - als Spielorte für einzelne Produktionen - das Große Festspielhaus und Schloss Leopoldskron.

Stand August 2026. Angaben zu Haus, Sparten, Geschichte und Ermäßigungen nach der offiziellen Darstellung des Salzburger Landestheaters. Reguläre Kartenpreise variieren je Produktion und werden vom Haus nicht als Pauschaltarif veröffentlicht.

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