SALZBURG JOURNAL

Die Salzburger Hochschulen im Porträt

Sechs Hochschulen, vier Trägerformen und Studiengebühren zwischen 26,20 Euro und 22.245 Euro im Jahr. Wer in Salzburg studieren will, entscheidet zuerst über den Hochschultyp, nicht über das Fach.

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Die Salzburger Hochschulen im Porträt

Sechs Häuser, vier Trägerformen

Salzburg hat für ein Bundesland mit 158.562 Hauptwohnsitzen in der Landeshauptstadt eine ungewöhnlich dichte Hochschullandschaft. Sechs Einrichtungen mit Universitäts- oder Hochschulstatus arbeiten hier, und sie unterscheiden sich weniger durch die Fächer als durch ihre Rechtsform - was für Bewerberinnen und Bewerber vor allem eines bedeutet: völlig verschiedene Zugangswege und Kosten.

EinrichtungTypStudierendeSitz
Universität Salzburg (PLUS)öffentliche Universitätrund 18.000Stadt Salzburg
Universität Mozarteumöffentliche Kunstuniversität2.210Stadt Salzburg, dazu Innsbruck
Fachhochschule SalzburgFachhochschule, GmbH3.224Puch, Kuchl, Stadt, Schwarzach
Paracelsus Medizinische PrivatuniversitätPrivatuniversität, Stiftungrund 2.360Stadt Salzburg, dazu Nürnberg
PH Salzburg Stefan ZweigPädagogische Hochschule-Stadt Salzburg, Nonntal
Privatuniversität Schloss SeeburgPrivatuniversitätüber 1.000Seekirchen am Wallersee

Allein die vier Häuser, für die aktuelle Zahlen vorliegen, kommen zusammen auf 25.794 Studierende. Nicht alle davon sind in der Stadt: Der Hauptcampus der Fachhochschule liegt in Puch bei Hallein, Schloss Seeburg in Seekirchen im Flachgau.

Was die Trägerform praktisch bedeutet

ZugangKosten pro Semester
Öffentliche Universitätmeist frei mit Matura, Aufnahmeverfahren nur in einzelnen Fächern26,20 € ÖH-Beitrag, Studienbeitrag erst bei Überschreitung
Kunstuniversitätkünstlerische Zulassungsprüfung in fast allen Studienwie öffentliche Universität
FachhochschuleAufnahmeverfahren mit Bewerbung und Gespräch, Wege ohne Matura363 € plus 26,20 € ÖH-Beitrag, für alle
Pädagogische HochschuleEignungsverfahrenwie öffentliche Universität
Privatuniversitäteigenes Auswahlverfahrenje nach Haus, bis über 22.000 € im Jahr

Die Spannweite ist der eigentliche Punkt: Zwischen einem Semester an der Paris-Lodron-Universität für 26,20 Euro und einem Studienjahr Humanmedizin an der Paracelsus-Universität für 22.245 Euro liegt der Faktor 425. Beides sind akkreditierte österreichische Hochschulabschlüsse.

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität

Die PMU ist der Sonderfall in dieser Aufzählung, weil sie das einzige Medizinstudium in Salzburg anbietet - und weil sie ausschließlich privat finanziert startete. Sie wurde 2002 gegründet und im selben Jahr akkreditiert; am 8. September 2003 begannen die ersten 42 Studierenden. Trägerin ist eine gemeinnützige Privatstiftung mit einem zwölfköpfigen Stiftungsrat und einem dreiköpfigen Vorstand.

Heute sind laut Darstellung der Universität rund 2.360 Studierende an beiden Standorten eingeschrieben, über 6.100 Personen haben hier abgeschlossen. 2023 war die PMU die erste österreichische Privatuniversität, die eine institutionelle Reakkreditierung über zehn Jahre erhielt. Rektorin ist Assoc. Prof. Annemarie Weißenbacher, ihr zur Seite stehen ein Kanzler und zwei Vizerektorate für Studium und Lehre sowie für Forschung.

Drei Fächer auf einem Campus

Der Hauptcampus liegt in der Strubergasse 21 in der Stadt Salzburg, ein zweiter Campus besteht seit 2014 in Nürnberg. Studiert werden Humanmedizin, Pharmazie und Pflegewissenschaft - und zwar gemeinsam am selben Ort, was die Universität als in Europa einzigartig bezeichnet. Angebunden ist sie klinisch an das Uniklinikum Salzburg und das Klinikum Nürnberg.

Der Weg ins Medizinstudium

Das Studium der Humanmedizin dauert fünf Jahre und führt zum Dr. med. univ. Es gibt 130 Studienplätze pro Jahr, davon 75 in Salzburg und 55 in Nürnberg. Das Auswahlverfahren läuft in drei Stufen: Online-Bewerbung, schriftlicher Aufnahmetest, Interview mit den Bestgereihten. Zum Curriculum gehören früher Patientenkontakt, ein USA-Semester an der Mayo Clinic und die Vorbereitung auf die US-amerikanische USMLE-Prüfung.

Kostenpunkt Bachelor HumanmedizinBetrag
Bearbeitungsgebühr der Bewerbung290 €
Studiengebühr, 1. Studienjahr22.245 €
Studienbeitrag, 2. und 3. Studienjahrje 21.930 €
USMLE Step 1 im 3. Jahr1.264 €
Gesamt für sechs Semester Bachelor67.369 €

Dazu kommt der gesetzliche ÖH-Beitrag. Die Universität weist ausdrücklich darauf hin, dass Förderstipendien nach sozialen Kriterien vergeben werden; die Beträge und Bedingungen stehen in der Gebührenübersicht des Bachelorstudiums. Wer die Zahlen mit dem Medizinstudium an einer öffentlichen österreichischen Universität vergleicht, sollte den anderen Zugangsweg mitrechnen: Dort entscheidet ein einziger Aufnahmetest mit sehr geringer Erfolgsquote, hier ein mehrstufiges Verfahren mit deutlich höheren Kosten.

Pharmazie und Pflegewissenschaft

Neben der Medizin ist die Pharmazie das zweite grundständige Studium am Salzburger Campus. Es dauert ebenfalls fünf Jahre beziehungsweise zehn Semester, endet mit dem Magister- oder Magistra-Grad und nimmt jährlich 50 Personen auf. Die Universität nennt eine Abschlussquote von 85 Prozent innerhalb der Regelstudienzeit - ein Wert, der an öffentlichen Universitäten in kaum einem Fach erreicht wird und der viel über die Betreuungsdichte in kleinen Gruppen aussagt. Die Auswahl läuft mehrstufig, Einladungen zu den Gesprächen gehen üblicherweise um Ostern hinaus; der nächste Jahrgang startet am 31. August 2026. Dazu kommt die Pflegewissenschaft als dritte Säule.

Die Finanzierungsfrage

Die PMU braucht nach Angaben von ORF Salzburg ein Jahresbudget von 40 Millionen Euro. Die Gründung 2002 und 2003 war nur möglich, weil Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz 70 Millionen Euro spendete; diese Mittel sind inzwischen aufgebraucht, woraus sich eine Finanzierungslücke ergibt. Rektorin Weißenbacher, seit Anfang 2026 im Amt und mit 43 Jahren die jüngste in der Geschichte des Hauses, hat dazu eine klare Linie formuliert: Die Studierendenzahl soll konstant bleiben, die Universität dürfe kein Geschäftsmodell werden. Für Studieninteressierte heißt das, dass die Platzzahl in absehbarer Zeit nicht steigen wird.

Die Pädagogische Hochschule Stefan Zweig

In der Akademiestraße 23-25 im Stadtteil Nonntal liegt die Pädagogische Hochschule Salzburg Stefan Zweig, benannt seit dem 27. November 2014 nach dem Schriftsteller. Sie ist die Ausbildungsstätte für pädagogische Berufe im Bundesland und deckt Lehramt Primarstufe, Lehramt Sekundarstufe, Elementarpädagogik und Berufspädagogik ab, dazu das inklusive Studienprogramm BLuE für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Bemerkenswert ist die Barrierefreiheit: Die Hochschule hat nach eigenen Angaben eine Gold-Zertifizierung für Barrierefreiheit erhalten, die alle Behinderungsformen abdeckt - österreichweit einmalig. Kontakt: [email protected], +43 662 6388-0, Details auf der Website der Hochschule.

Für angehende Lehrkräfte ist wichtig, dass sich PH und Universität die Ausbildung teilen: Das Lehramt Sekundarstufe läuft im Verbund, die School of Education der Universität Salzburg und die PH arbeiten dabei zusammen.

Privatuniversität Schloss Seeburg

Die sechste Einrichtung liegt nicht in der Stadt, sondern in Seekirchen am Wallersee, Seeburgstraße 8. Sie wurde 2007 gegründet, ist von der AQ Austria als Privatuniversität akkreditiert und zählt inzwischen über 1.000 Studierende. Das Fächerspektrum ist wirtschaftsnah: Betriebswirtschaftslehre, Sport- und Eventmanagement, Wirtschaftspsychologie, jeweils als Bachelor und Master, dazu ein Doktoratsstudium Innovation und Creativity Management und Weiterbildungslehrgänge.

Die Besonderheit ist das semi-virtuelle Studienkonzept: Lehrveranstaltungen lassen sich am Sitz im Schloss Seeburg oder an der Präsenzstätte in Wien besuchen, ein großer Teil läuft online. Für Berufstätige aus dem Flachgau ist das die Hochschule mit dem kürzesten Weg.

Wo die Häuser zusammenarbeiten

Die sechs Einrichtungen stehen nicht nebeneinander, sondern haben gemeinsame Strukturen aufgebaut. Drei davon sind für Studierende praktisch relevant:

  • Wissenschaft und Kunst, kurz W&K, ist eine interuniversitäre Einrichtung von Universität Mozarteum und Paris-Lodron-Universität. Sie arbeitet an der Schnittstelle beider Häuser und veranstaltet Symposien, Tagungen, Workshops und eigene Lehrveranstaltungen - offen für Studierende beider Universitäten.
  • Das Centre for Cognitive Neuroscience der Universität Salzburg betreibt die Universität gemeinsam mit dem Uniklinikum der Salzburger Landeskliniken, an dem auch die Paracelsus-Universität klinisch angebunden ist.
  • Die Lehramtsausbildung läuft im Verbund zwischen Pädagogischer Hochschule, Universität und - für die musikalischen und bildnerischen Fächer - dem Mozarteum.

Praktisch heißt das: Ein Studium an einem Haus schließt Lehrveranstaltungen an einem anderen nicht aus. Wer sich für ein Fach an der Schnittstelle interessiert, sollte die Angebote beider Seiten ansehen, bevor er die Wahl auf eine Einrichtung verengt.

Die drei großen Häuser

Universität, Mozarteum und Fachhochschule stellen zusammen rund 23.400 der Salzburger Studierenden. Sie unterscheiden sich in fast allem, was den Alltag betrifft:

  • Die Universität Salzburg ist die Breite: sechs Fakultäten, rund 90 Studien, freier Zugang in den meisten Fächern, Gebäude über die ganze Stadt verteilt.
  • Die Universität Mozarteum ist die Spitze im Kunstbereich: künstlerische Zulassungsprüfung, Einzelunterricht, Bewerbungsfristen ein halbes Jahr vor Semesterbeginn.
  • Die FH Salzburg ist die Anwendung: Aufnahmeverfahren mit Gespräch, viele berufsbegleitende Varianten, Wege ohne Matura - und ein Hauptcampus außerhalb der Stadt.

Wer noch nicht weiß, welcher Typ passt, sollte in dieser Reihenfolge entscheiden: erst die Trägerform und damit Zugang und Kosten, dann den Standort und die Wegzeiten, zuletzt das konkrete Fach. Der umgekehrte Weg führt regelmäßig zu Bewerbungen, deren Frist längst vorbei ist.

Was der Studienbeginn organisatorisch verlangt, steht im Beitrag zum Studienbeginn in Salzburg; was das Leben hier kostet, im Beitrag zu den Kosten des Studiums in Salzburg.

Stand August 2026. Kennzahlen nach den Veröffentlichungen der jeweiligen Hochschulen, Gebühren der Paracelsus Universität nach deren Gebührenübersicht für das Bachelorstudium Humanmedizin. Studierendenzahlen und Gebühren ändern sich jährlich; für die Pädagogische Hochschule lag keine aktuelle Zahl vor.

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