Das Spielzeug Museum: 250 Jahre Spielzeug im Bürgerspital
Österreichs erstes Spielzeugmuseum sitzt seit 1978 in einem Spital von 1327. Fünf Euro für Erwachsene, drei für Kinder - das günstigste Haus der Stadt, mit Stationen zum Ausprobieren und einer Zielgruppe, die es selbst mit null bis zehn Jahren angibt.
Ein Spital von 1327, seit 1978 voller Spielzeug
Das Spielzeug Museum liegt in der Bürgerspitalgasse 2, am Fuß des Mönchsbergs und am westlichen Ende der Getreidegasse. Das Haus ist älter als fast alles, was darin steht: Nach der Darstellung der Stadt Salzburg errichteten Admonter Mönche hier 1185 eine Kapelle zu Ehren ihres Schutzpatrons Blasius. Erzbischof Friedrich III. von Leitnitz ließ 1327 daneben eine Fürsorgeeinrichtung für Kranke und Siechen bauen - das Bürgerspital.
1330 entstand der dreischiffige Kirchenbau mit Kreuzrippengewölbe, dessen Grundzüge bis heute erhalten sind. Zwischen 1410 und 1428 kam die Empore dazu. Die auffälligste bauliche Geste folgte 1560: Das Spital wurde in den Mönchsberg hinein erweitert, und vor den neuen Zellen für die Pfründner entstanden die Laubenbögen mit Kreuzgratgewölben, die den Innenhof bis heute prägen. 1570 kam das Pfründnerhaus dazu.
Als Spital endete das Haus 1898. Ein Bombenangriff beschädigte es 1944 schwer, die alte Bausubstanz wurde nach dem Krieg weitgehend wiederhergestellt. Heute nutzt das Salzburg Museum das Gebäude, das Spielzeug Museum ist der Teil davon, den die meisten Besucher ansteuern.
Die Sammlung Folk
Das Museum verdankt seine Existenz einem Ehepaar. Die Sammlerin Gabriele Folk (1902 bis 1994) trug gemeinsam mit ihrem Mann, der Papiertheater sammelte, nach Angaben des Salzburg Museum die größte private Spielzeugsammlung Österreichs zusammen. Stadt und Land Salzburg erwarben sie - und eröffneten im Mai 1978 das erste Spielzeugmuseum des Landes.
Heute ist die Spielzeugsammlung nach eigener Angabe österreichweit die umfangreichste ihrer Art. Sie reicht von Holzspielzeug über Puppen und Puppenstuben, Ton- und Zinnfiguren, Baukästen und Gesellschaftsspiele bis zu internationalem Spielzeug und Alltagsobjekten. Der Schwerpunkt, der auf die Sammlerfamilie zurückgeht, sind die Papiertheater.
Der Bestand ist nicht nur groß, sondern alt: Er deckt rund 250 Jahre europäischer Spielzeuggeschichte ab, mit einem Querschnitt durch das 20. Jahrhundert. Ein eigener Ausstellungsteil trägt den Namen Wunderkammer und zeigt über 1.000 Objekte auf einmal - die dichteste Stelle des Hauses.
Was der Eintritt kostet
| Karte | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 5,00 € |
| Kinder, 6 bis 15 Jahre | 3,00 € |
| Jugendliche, 16 bis 26 Jahre | 3,00 € |
| Seniorinnen und Senioren | 3,00 € |
| Familie, 2 Erwachsene und Kinder | 10,00 € |
Frei ist der Eintritt für Mitglieder des Salzburger Museumsvereins, für Menschen mit Beeinträchtigung samt einer Begleitperson sowie für Schulklassen und Kindergartengruppen im Verband.
Fünf Euro sind der niedrigste Satz unter den Salzburger Museen; die Spanne in der Stadt reicht bis 18 Euro, wie der Überblick zu den Museen in Salzburg zeigt. Für eine Familie mit zwei Kindern kostet der Besuch zehn Euro - weniger als zwei Kinokarten.
Wer mehrere Häuser plant, prüft die Salzburg Card: Das Spielzeug Museum ist darin enthalten. Bei einem Einzelbesuch rechnet sich die Karte bei fünf Euro Eintritt allerdings nicht - sie lohnt erst, wenn teurere Häuser dazukommen.
Öffnungszeiten: der Montag fällt aus
Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr, letzter Einlass um 16 Uhr. Der Montag ist der Ruhetag - und der Punkt, an dem die Planung eines Museumstags in Salzburg regelmäßig scheitert, weil die Häuser unterschiedliche Ruhetage haben: Das DomQuartier schließt dienstags, das Museum der Moderne montags, das Spielzeug Museum ebenfalls montags, während Festung und Mozart-Häuser täglich offen haben.
Die letzte Stunde vor 16 Uhr ist die entscheidende. Wer mit Kindern kommt, die alles ausprobieren wollen, sollte deutlich früher da sein - eine Stunde reicht in diesem Haus nicht.
Für welches Alter das Haus gebaut ist
Das Museum nennt seine Zielgruppe selbst: Kinder von null bis zehn Jahren. Das ist ungewöhnlich präzise und ehrlich zugleich - es heißt auch, dass ein Zwölfjähriger hier weniger findet als im Haus der Natur.
Verteilt ist die Ausstellung über drei Ebenen mit rund 1.500 Spielzeugobjekten. Der Unterschied zu einem klassischen Museum liegt weniger in der Menge als im Umgang: Es gibt Stationen zum Ausprobieren, und das Haus versteht sich ausdrücklich als Ort zum Spielen, nicht nur zum Anschauen. Wechselausstellungen ergänzen die Dauerpräsentation, zuletzt etwa zu Büchern und zum Bauklotz.
Für Erwachsene ohne Kinder bleibt das Haus trotzdem interessant, aber aus einem anderen Grund: Die Papiertheater und die Zinnfiguren sind Objekte einer Alltagskultur, die es so nicht mehr gibt. Wer Interesse an Sozialgeschichte hat, liest hier ein Jahrhundert Kindheit mit.
Was gerade zu sehen ist
Die Dauerpräsentation wird von Wechselausstellungen begleitet, die im Haus länger laufen als anderswo üblich. Seit dem 4. Oktober 2025 steht „Bücherwurm und Leseratte" im Mittelpunkt - eine Schau über Kinderbücher, gebaut als begehbare Architektur aus übergroßen Büchern.
Durch die Ausstellung führen zwei gezeichnete Figuren aus der Feder von Natascha Berger: ein gefräßiger Wurm mit Pullunder und Brille und eine wissbegierige, freche Ratte. Das ist mehr als Dekoration - die beiden übernehmen die Führung für Kinder, die noch nicht lesen können. Dazu kommen Lesebereiche mit Klassikern und modernen Bilderbüchern, historische Kinderbücher und Szenen mit bekannten Buchfiguren.
Parallel laufen die Wunderkammer und eine Ausstellung zum Bauklotz, die Ziegel und Holzbaustein durch die Jahrzehnte verfolgt. Für Erwachsene ist das der interessantere Teil des Hauses: Baukästen sind ein Stück Industriegeschichte, und ihre Wandlung vom Holzklotz zum Kunststoffsystem lässt sich hier an Objekten ablesen.
Das Haus gehört zu einem Verbund
Das Spielzeug Museum ist kein Einzelhaus, sondern eines von mehreren Standorten des Salzburg Museum. Das ist derzeit besonders relevant, weil das Haupthaus in der Neuen Residenz wegen Umbaus geschlossen ist - wer „ins Salzburg Museum" will, landet zwangsläufig in einem der Nebenhäuser.
Offen sind neben dem Spielzeug Museum unter anderem das Volkskunde Museum, das Festungsmuseum, die Orangerie mit Panorama und Welterbe-Ausstellung, das Salzburger Glockenspiel und das Domgrabungsmuseum, das nur im Rahmen von Führungen zugänglich ist. Dazu kommen zwei Häuser in Hallein, das Keltenmuseum und das Stille Nacht Museum. Am 20. September 2026 kommt mit „Sound of Music Salzburg" ein weiterer Standort dazu.
Für die Planung heißt das: Die Salzburg Card und die Mitgliedschaft im Museumsverein greifen über den ganzen Verbund. Wer mehrere dieser Häuser an einem Wochenende sehen will, sortiert am besten nach Ruhetagen statt nach Entfernung.
Anreise: zu Fuß oder gar nicht
Die Bürgerspitalgasse liegt in der Altstadt-Fußgängerzone am Ende der Getreidegasse. Mit dem Auto kommt man nicht bis vor die Tür, und das ist keine Einschränkung, sondern die Regel für diesen Teil der Stadt. Die nächstgelegene Abstellmöglichkeit ist die Altstadtgarage im Mönchsberg; was Parken sonst kostet, steht im Überblick zum Parken in Salzburg.
Öffentlich fährt man bis Ferdinand-Hanusch-Platz oder Mönchsbergaufzug und geht die letzten Meter. Die Fahrpreise stehen im Überblick zu Obus, Bus und S-Bahn. Wer vom Hauptbahnhof kommt, ist zu Fuß in gut zwanzig Minuten da, über die Salzach und durch die Getreidegasse.
Mit Kinderwagen ist der Weg unproblematisch, das Gebäude selbst hat allerdings die Eigenheiten eines Baus aus dem 14. Jahrhundert. Wer auf Barrierefreiheit angewiesen ist, klärt das besser vorab mit dem Haus.
Was sich damit verbinden lässt
Der Innenhof mit den Laubenbögen von 1560 ist frei zugänglich und für sich schon einen Blick wert - auch wer das Museum auslässt, sollte hineingehen. Wenige Schritte entfernt liegen Mozarts Geburtshaus und die weiteren Häuser des Salzburg Museum, und der Aufzug bringt Sie in zwei Minuten auf den Mönchsberg.
Bei schlechtem Wetter ist das Haus eine der verlässlicheren Adressen der Stadt - weitere stehen im Überblick zu Salzburg bei Regen, und für Familien lohnt der Blick auf Salzburg mit Kindern.
Die aktuellen Zeiten und Sonderausstellungen führt das Museum selbst - ein Blick davor lohnt vor allem rund um Feiertage.
Stand September 2026. Preise, Öffnungszeiten und Angaben zur Sammlung nach der Darstellung des Salzburg Museum, die Baugeschichte des Bürgerspitals nach der Stadt Salzburg. Eintrittspreise und Zeiten ändern sich - vor dem Besuch den aktuellen Stand prüfen.