SALZBURG JOURNAL

Salzburg romantisch: Orte und Ideen für Paare

Ein Konzertsaal, in dem die Mozarts spielten, eine Kutschfahrt mit gesetzlichem Höchsttarif und ein Rosengarten mit 1.600 Rosen. Was ein Abend zu zweit in Salzburg tatsächlich kostet - mit Preisen, Zeiten und Wegen.

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Salzburg romantisch: Orte und Ideen für Paare

Der Marmorsaal: klassisches Konzert am selben Ort wie die Mozarts

Der barocke Marmorsaal im ersten Stock von Schloss Mirabell ist der konkreteste romantische Abend, den Salzburg zu bieten hat - und einer der wenigen, für die es feste Preise gibt. Hier musizierte die Familie Mozart für die Salzburger Erzbischöfe; heute spielen dort an den meisten Abenden des Jahres die Schlosskonzerte Mirabell. Die Dichte ist bemerkenswert: Für Dezember 2026 sind 39 Konzerte angesetzt, für September 24, für Oktober 26.

KategoriePreisKinder 6-14 und Studierende bis 26
Kategorie I (nummeriert, Mittelblock Reihen 1-10)46,00 €32,00 €
Kategorie II (freie Platzwahl)42,00 €28,00 €
Dinner und Konzert89,00 €76,00 €

Konzertbeginn ist um 20:00 Uhr, die Dauer beträgt rund eineinhalb Stunden inklusive einer Viertelstunde Pause. Der Vorraum öffnet eine Stunde vorher, ab dann sind Abendkassa, Garderobe und Buffet in Betrieb; das Programmheft ist kostenlos. Zwei Karten in Kategorie II kosten zusammen 84,00 Euro - für einen Abend in einem der ältesten Konzertsäle Europas ist das die untere Grenze.

Wer das Menü dazunimmt, zahlt 43,00 Euro mehr als für die Kategorie-I-Karte allein. Dafür gibt es um 18:00 Uhr ein Drei-Gänge-Menü im Restaurant des Sheraton Grand Salzburg in der Auerspergstraße 4, dazu reservierte Plätze im Marmorsaal. Getränke sind nicht enthalten. Die Gehzeit vom Hotel zum Schloss beträgt zwei bis drei Minuten, der Weg führt durch den Mirabellgarten.

Ein Punkt, den der Veranstalter ausdrücklich anspricht: Es gibt einen Dresscode. Erwünscht ist gepflegte, gerne elegante Abendgarderobe; sehr legere Freizeitkleidung wie kurze Hosen oder ärmellose T-Shirts hält das Haus für nicht angemessen. Die Preise und Zugänge stehen bei den Infos der Schlosskonzerte Mirabell; der Saal liegt über Stiege 4 im Innenhof, Zugänge über Mirabellplatz und über den Mirabellgarten beim Pegasusbrunnen.

Fiaker: was eine Kutschfahrt kosten darf

Die Pferdekutsche am Residenzplatz ist das Klischee - aber sie ist eines der wenigen Angebote der Stadt mit einem gesetzlich gedeckelten Preis. Die Salzburger Fiaker-Betriebsordnung legt in § 7 Höchsttarife fest, und zwar unabhängig von der Anzahl der beförderten Personen:

FahrtDauerHöchstpreis inklusive Umsatzsteuer
Stadtrundfahrtca. 25 Minuten61,00 €
Stadtrundfahrtca. 50 Minuten122,00 €
Spazierfahrtca. 1 Stunde 15 Minuten183,00 €
Spazierfahrtca. 1 Stunde 40 Minuten244,00 €

Zwei Bedingungen hängen daran. Erstens gilt der Tarif nur, wenn der Ausgangspunkt der Residenzplatz ist - bei Verlegung des Standplatzes der jeweilige Ersatzstandplatz. Zweitens unterliegen alle anderen Fahrten und Leistungen laut Verordnung der freien Preisvereinbarung. Wer sich also im Hotel abholen lässt, zahlt einen Vertragspreis: Das Fiakerunternehmen Winter nennt für seine 50-minütige Stadtrundfahrt mit Abholung ab 245,00 Euro pro Kutsche für vier bis fünf Personen und ab 450,00 Euro für den Gesellschaftswagen mit zehn Personen.

Rechnerisch sind die amtlichen Tarife exakt linear: 2,44 Euro pro Minute, egal ob 25 Minuten oder 100. Und weil der Preis pro Kutsche gilt, halbiert sich der Betrag pro Person, sobald Sie zu viert statt zu zweit fahren. Angepasst werden die Sätze laut Verordnung alle zwei Jahre zum 1. September, außerdem immer dann, wenn sich der Verbraucherpreisindex 2020 um mehr als fünf Prozent ändert. Jede Kutsche muss eine Ausfertigung der Verordnung mitführen und sie Fahrgästen auf Verlangen vorzeigen.

Der Rosengarten und das Heckentheater

Der Weg zwischen Konzert und Kutsche führt ohnehin durch den Mirabellgarten, und dort lohnen zwei Ecken, die die meisten übersehen. Der Rosengarten an der Südfassade des Schlosses war im frühen 18. Jahrhundert ein Baumgarten mit 64 Feldern für Pomeranzen und bekam um 1955 sein heutiges geometrisches Muster; nach der jüngsten Umgestaltung stehen dort rund 1.600 Rosen und 2.500 Stauden, und ein rollstuhltauglicher Zugang wurde eingebaut.

Das Heckentheater aus den Jahren 1704 bis 1718 ist in dieser Bauform in Österreich ohne Vergleich: kein Guckkasten, sondern ein dreiteiliger Aufbau mit Parterre zwischen Heckenbühne und umlaufendem Zuschauerraum. Der Zuschauerraum wurde 2024 nach historischem Vorbild umgestaltet. Konzerte finden dort bis heute statt.

Wichtig für die Abendplanung: Der Mirabellgarten hat Sperrzeiten. Von April bis September ist er von 5 bis 23 Uhr zugänglich, von Oktober bis April von 7 bis 22 Uhr, im Winter mit Teilsperrungen. Nach einem Konzert, das um 21:30 Uhr endet, bleibt im Sommer also noch anderthalb Stunden Zeit für den Rückweg durch den Garten - im Winter eine halbe. Mehr zu den Anlagen steht bei den Parks in Salzburg.

Woher der Name kommt

Der Ort, an dem in Salzburg am häufigsten geheiratet wird, trägt seinen Namen erst seit 1617. Wolf Dietrich von Raitenau ließ das Haus 1606 als Schloss Altenau erbauen; sein Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems benannte es um in Mirabell - das Wort kommt aus dem Italienischen und bedeutet nach Angaben der Stadt "bewundernswert schön". Zwischen 1721 und 1727 ließ Fürsterzbischof Franz Anton von Harrach die Anlage durch Johann Lukas von Hildebrandt zu einer geschlossenen Barockanlage umbauen.

Aus dieser Zeit stammt die Marmorstiege: Putten auf der Balustrade, in Nischen Skulpturen von Georg Raphael Donner, die zu den bedeutendsten Werken des europäischen Barock zählen. Beim großen Stadtbrand am 30. April 1818 blieben Marmorstiege und Marmorsaal unbeschädigt, Schloss und Schlosskirche wurden dagegen schwer getroffen. Wiederaufgebaut wurde ohne die prunkvolle Dachzone mit Turm und Figuren - das Gebäude sieht heute also deutlich nüchterner aus als vor 1818. Seit 1947 ist es Amtssitz der Stadtverwaltung.

Der Marmorsaal selbst gilt der Stadt als "schönster Trauungssaal der Welt", und dort musizierten schon die Mozarts. Wer dort heiraten will, findet die Voraussetzungen im Beitrag zum Heiraten in Salzburg; die Zeittafel und die Gartengeschichte stehen bei der Stadt Salzburg zum Mirabellgarten.

Abende ohne Eintritt

Drei Wege kosten nichts und funktionieren zu jeder Jahreszeit.

Der Leopoldskroner Weiher. Das rund 13 Hektar große Gewässer südlich des Mönchsbergs wird vom Almkanal gespeist und im 18. Jahrhundert Teil des Schlossparks geworden. Rund um das Wasser führen Spazierwege mit Blick auf Schloss Leopoldskron, die Festung und den Gaisberg. Bei tiefstehender Sonne spiegelt sich das im Wasser - wann genau die Sonne untergeht, steht im Beitrag zum Sonnenuntergang in Salzburg. Ein Hinweis der Stadt gilt ganzjährig: Die Wasservögel dürfen nicht gefüttert werden, und die Eisfläche im Winter darf nicht betreten werden, weil sich wegen der Wasserbewegung keine stabile Decke bildet.

Die Hellbrunner Allee. Zweieinhalb Kilometer schnurgerade vom Wasserschloss Freisaal zum Wasserschloss Anif, angelegt 1614 und 1615 unter Fürsterzbischof Markus Sittikus, gesäumt von Stieleichen, Rotbuchen und Schwarzpappeln. Seit 1933 stand sie als Naturdenkmal unter Schutz, seit 1986 als Geschützter Landschaftsteil - der älteste Schutzstatus im Land. Beleuchtet ist sie nicht.

Der Basteiweg am Kapuzinerberg. Der Weg von der Linzergasse wurde nach 1929 vom Salzburger Stadtverein angelegt und bietet an mehreren Stellen Aussicht auf die Altstadt. Auch hier gibt es keine Beleuchtung, und von 17. August bis voraussichtlich Mitte Dezember 2026 ist der Wanderweg zwischen Franziskischlössl und Schweizerhäusl während der Hubschrauberflüge für die Felssicherung gesperrt. Die Aufstiege im Detail stehen im Beitrag zum Kapuzinerberg.

Auf dem Wasser und über den Dächern

Zwei Angebote lassen sich gut zu einem Abend verbinden, sind aber preislich weit auseinander.

Die Salzach-Rundfahrt mit der Amadeus Salzburg dauert rund 40 Minuten und kostet 19,00 Euro pro Erwachsenem, in der Premium-Variante mit Pre-Boarding 22,00 Euro. Abgelegt wird am Marko-Feingold-Steg; abends verwandelt sich die Anlegestelle in eine Bar. Details und die Touren nach Hellbrunn stehen im Beitrag zur Salzach-Schifffahrt.

Der Day Spa im Schloss Mönchstein über der Altstadt kostet dagegen 125,00 Euro pro Person für den ganzen Tag, mit gebuchter 50-minütiger Anwendung 95,00 Euro. Enthalten sind der beheizte Outdoor-Infinity-Pool, ein 36 Grad warmer Whirlpool, Dampfbad, Finnische Sauna und Ruheterrasse. Zwei Personen zahlen also 250,00 Euro - das Doppelte eines kompletten Konzertabends mit Menü. Die Alternative für 28,00 Euro pro Tageskarte steht im Beitrag zu Sauna und Wellness in Salzburg.

Was ein Abend zu zweit kostet

KombinationFür zwei Personen
Spaziergang Leopoldskroner Weiher und Hellbrunner Allee0,00 €
Salzach-Rundfahrt, 40 Minuten38,00 €
Schlosskonzert, Kategorie II84,00 €
Fiaker-Stadtrundfahrt, 50 Minuten ab Residenzplatz122,00 € (Höchsttarif pro Kutsche)
Dinner und Konzert178,00 €
Day Spa Schloss Mönchstein, ganzer Tag250,00 €

Auffällig ist der Sprung zwischen dem Konzert für 84,00 Euro und der Kutschfahrt für 122,00 Euro: Die 50-minütige Fahrt kostet zu zweit mehr als ein anderthalbstündiges Konzert im Marmorsaal. Wer beides will, fährt vor dem Konzert - die Kutschen stehen laut Betreiber im Sommer bis etwa 21 Uhr am Residenzplatz.

Für den Rückweg zählt eine praktische Zahl: Der Mönchsberg-Aufzug fährt dienstags bis sonntags bis 21 Uhr, montags nur bis 19 Uhr, in der Festspielzeit ab 18. Juli 2026 täglich bis 23 Uhr; die letzte Talfahrt der Festungsbahn geht um 21 Uhr. Wer heiratet statt nur auszugehen, findet die Trauungsorte samt Marmorsaal im Beitrag zum Heiraten in Salzburg.

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