SALZBURG JOURNAL

Designer Outlet Salzburg: Was der Ausflug bringt

Über 100 Marken auf dem Walserfeld, zehn Autominuten vor der Stadt und mit den Linien 2, 10 und 27 erreichbar. Zwei Stunden Parken sind frei, der Sonntag fällt aus - und die beworbenen 70 Prozent sind die Obergrenze, nicht der Schnitt.

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Designer Outlet Salzburg: Was der Ausflug bringt

Über 100 Marken auf dem Walserfeld

Das Designer Outlet liegt in der Kasernenstraße 1 in 5073 Wals-Himmelreich, Gemeinde Wals-Siezenheim, also im Flachgau und nicht im Stadtgebiet. Eröffnet wurde es 2009; 2024 feierte der Betreiber McArthurGlen das fünfzehnjährige Bestehen.

Die Größenordnung nennt das Unternehmen in seiner Jubiläumsaussendung selbst: über 100 Marken, mehr als 850 Mitarbeitende, allein für Sportartikel mehr als 7.600 Quadratmeter Fläche. Im Geschäftsjahr davor kamen 13 neue Stores dazu, für 2024 waren Investitionen von über sechs Millionen Euro angekündigt. Die Besucherfrequenz lag 2023 um 10,3 Prozent über dem Vorjahr, der Umsatz um sieben Prozent.

Zum Markenmix gehören unter anderem Nike, BOSS, Coach, Karl Lagerfeld, Michael Kors und Polo Ralph Lauren, dazu mit Bründl Sports ein heimischer Sporthändler. Die vollständige Storeliste führt der Betreiber nach Kategorien.

Öffnungszeiten: der Sonntag fällt aus

TagGeöffnet
Montag bis Freitag9 bis 19 Uhr
Samstag9 bis 18 Uhr
Sonntaggeschlossen

Der letzte Punkt ist der wichtigste, und er überrascht regelmäßig Gäste aus dem benachbarten Bayern: In Österreich ist der Sonntagsverkauf die Ausnahme, nicht die Regel. Ein Outlet-Besuch am Sonntag geht ins Leere - inklusive der Fahrt.

Am Samstag schließt eine Stunde früher als unter der Woche. Wer aus Bayern oder dem Salzkammergut anreist und die Fahrzeit einrechnet, sollte den späten Samstagnachmittag nicht überziehen.

Anreise: drei Buslinien, zwei Stunden Parken frei

Mit dem Auto sind es laut Betreiber rund zehn Minuten vom Stadtzentrum. Wichtiger ist die Parkregel: Die ersten zwei Stunden sind kostenlos, ab einem Einkauf von 200 Euro entfällt die Gebühr ganz. Im Parkhaus P1 stehen zehn E-Ladestationen, bei P2 acht Schnellladestationen; Behindertenparkplätze gibt es auf allen Ebenen. Was das Parken in der Stadt selbst kostet, steht im Überblick zum Parken in Salzburg.

Öffentlich fahren nach Angabe des Betreibers die Linien 2, 10 und 27 vom Stadtzentrum direkt zum Outlet. Die Fahrpreise stehen im Überblick zu Obus, Bus und S-Bahn. Die Linie ist die günstigere Rechnung: Zwei Stunden Gratisparken reichen für einen kurzen Besuch, bei einem längeren Nachmittag kippt der Vorteil.

Die Lage erklärt sich aus der Nachbarschaft. Das Walserfeld ist der Streifen westlich der Stadt zwischen Autobahn und Grenze - hier stehen auch der Flughafen Salzburg und die Red Bull Arena, die Heimstätte von Red Bull Salzburg. Wer ohnehin in diese Richtung fährt, kombiniert leicht.

Für Reisende ergibt sich daraus eine Möglichkeit, die selten genutzt wird: Zwischen Flughafen und Outlet liegen wenige Minuten. Wer mit Zeitpuffer vor dem Abflug ankommt oder nach der Landung noch nicht ins Quartier muss, kann die Wartezeit dort verbringen statt in der Abflughalle - vorausgesetzt, es ist nicht Sonntag.

Was vor Ort geregelt ist

Die Ausstattung ist der Punkt, an dem sich ein Outlet von einer Einkaufsstraße unterscheidet - vieles davon steht nirgends angeschrieben, sondern nur in der Serviceübersicht:

  • Barrierefreiheit: barrierefreie WCs, Rollstühle kostenlos beim Guest Service, Behindertenparkplätze auf allen Ebenen.
  • Mit Kindern: Wickel- und Stillräume, dazu Kids Cars zum Ausleihen für 3 Euro am Tag.
  • Tax Free: für Gäste von außerhalb der EU - für bayerische Nachbarn also nicht.
  • Kleinigkeiten: kostenlose Geschenkverpackung, Schneiderservice, Regenschirme um 3 Euro, kostenloses WLAN über Salzburg Free WiFi, ein Gebets- und Ruheraum.
  • Hunde sind willkommen, müssen aber durchgehend an der Leine geführt werden.

Der Club kostet nichts und bringt zehn Prozent

Der Betreiber führt ein kostenloses Treueprogramm, den McArthurGlen Club. Die Mitgliedschaft ist gratis und bringt zehn Prozent Rabatt auf den ersten Besuch als Mitglied, dazu zehn Prozent zum Geburtstag, Zugang zu Aktionen einzelner Marken und Einladungen zu Veranstaltungen. Angemeldet wird über die Website oder die App.

Die Rechnung ist einfach: Wer ohnehin hinfährt und mehr als eine Kleinigkeit kauft, meldet sich davor an - zehn Prozent auf den ersten Einkauf sind mehr, als die meisten Einzelaktionen bringen. Der Haken ist der übliche: Die Anmeldung kostet Daten, nicht Geld.

Essen: zwölf Lokale, kein Ruhetag mittendrin

Zur Gastronomie gehören zwölf Betriebe, breiter aufgestellt als in vielen Einkaufszentren: Asia Cocos mit thailändischer, chinesischer und vietnamesischer Küche, Kaiten Asia, die italienische Rossopomodoro - die zuletzt allerdings als vorübergehend geschlossen geführt wurde -, dazu Burger Lounge, McDonald's, Mama's Deli, The Bakery mit Bowl Bar und Coffeeshop, Café Caprice mit Außenbereich, Coffee & Baar, eine Waffle Station, Frozen Yoghurt und mit Salzburger Brezen Reisinger ein heimischer Bäcker.

Die einzelnen Öffnungszeiten veröffentlicht der Betreiber nicht; im Rahmen der Centerzeiten ist aber durchgehend etwas offen. Für einen Besuch mit Kindern ist das der Unterschied zwischen einem geplanten und einem abgebrochenen Nachmittag.

Was "bis zu 70 Prozent" tatsächlich heißt

Der Betreiber wirbt mit Reduktionen von bis zu 70 Prozent. Das ist die Obergrenze, nicht der Schnitt - und sie bezieht sich auf die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, nicht auf den Preis, den ein Fachhändler zuletzt verlangt hat.

Praktisch heißt das: Der Nachlass ist bei Auslaufmodellen und Vorsaisonware am größten, bei aktuellen Kollektionen am kleinsten. Wer ein bestimmtes Stück sucht, vergleicht besser vorher den Onlinepreis; wer offen hinfährt und stöbert, macht den besseren Schnitt. Zwei Termine lohnen besonders: die Wochen nach dem Saisonwechsel im Jänner und im Juli.

Wer gebraucht statt reduziert kaufen will, findet Alternativen in der Stadt - etwa beim Second Hand in Salzburg oder auf den Flohmärkten.

Outlet oder Innenstadt: wann sich welcher Weg lohnt

Die beiden Wege schließen einander nicht aus, aber sie passen zu verschiedenen Vorhaben. Aus den harten Eckdaten lässt sich das ziemlich klar ableiten.

Für das Outlet spricht die Konzentration: Über 100 Marken auf einem Areal, überdacht verbunden, mit Parkplatz davor und zwei Freistunden. Wer gezielt Sportbekleidung, Koffer oder Markenmode sucht und mehrere Häuser vergleichen will, spart hier Wege. Auch das Wetter spielt keine Rolle - ein Argument, das in Salzburg mit seinen Niederschlagsmengen mehr wiegt als anderswo.

Für die Innenstadt spricht alles andere: Getreidegasse, Linzergasse und die Neustadt bieten inhabergeführte Geschäfte, Handwerk und Sortimente, die kein Outlet führt. Dazu kommt, dass ein Stadtbummel andere Dinge nebenbei erledigt - Kaffeehaus, Museum, ein Blick auf die Salzach. Das Outlet ist ein Ziel, die Altstadt ein Aufenthalt.

Die praktische Trennlinie verläuft entlang der Frage, ob Sie etwas Bestimmtes suchen. Für eine konkrete Anschaffung mit Preisvergleich ist das Outlet der kürzere Weg. Für einen Nachmittag ohne festes Ziel ist es der langweiligere.

Ein Termin, an dem beides zusammenfällt: Am Samstag schließt das Outlet um 18 Uhr, die Altstadtgeschäfte meist um 17 oder 18 Uhr. Wer beides an einem Tag will, fährt am besten früh hinaus und kommt zu Mittag zurück - umgekehrt wird es knapp.

Wals-Siezenheim, nicht Salzburg

Ein Punkt, der bei der Planung zählt: Das Outlet trägt Salzburg im Namen, liegt aber in einer eigenen Gemeinde im Flachgau. Für die Anreise ändert das wenig, weil die Stadtbuslinien hinausfahren. Für die Erwartung an einen Stadtbummel schon: Zwischen Altstadt und Outlet liegt kein Weg, den man zu Fuß macht, und beides an einem Vormittag zu verbinden geht sich selten aus.

Die aktuellen Öffnungszeiten und laufende Aktionen führt der Betreiber tagesaktuell - vor der Fahrt ein Blick darauf, besonders rund um Feiertage.

Stand September 2026. Öffnungszeiten, Services und Parkregeln nach den Angaben von McArthurGlen, Kennzahlen nach der Aussendung zum fünfzehnjährigen Bestehen vom 19. September 2024. Zeiten und Konditionen ändern sich - vor der Anreise den aktuellen Stand prüfen.

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