SALZBURG JOURNAL

Die Mozartwoche in Salzburg

Elf Tage, 16 Spielstätten und eine Preisspanne von 5 bis 265 Euro. Der Kartenverkauf für 2027 läuft seit 1. Juli 2026 - und zwei der Spielorte verkaufen ihre Karten gar nicht über die Stiftung Mozarteum.

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Die Mozartwoche in Salzburg

Elf Tage, 50 nummerierte Veranstaltungen

Die Mozartwoche 2027 läuft von Donnerstag, 21., bis Sonntag, 31. Jänner und steht unter dem Motto Mozart & Mozarts. Gemeint sind damit vier Komponisten, die neben Mozart selbst im Zentrum stehen: François Devienne, Joseph Bologne, Juan Crisóstomo de Arriaga und Joseph Martin Kraus. Veranstalterin ist die Internationale Stiftung Mozarteum, Intendant ist Rolando Villazón.

Die Größenordnung wird oft unterschätzt. Im veröffentlichten Programm stehen 73 Termine, davon 50 nummerierte Hauptveranstaltungen und rund zwei Dutzend Führungen, Filmvorführungen und Vorträge. Die Dichte steigt am ersten Wochenende stark an: Auf zwei Termine am Eröffnungsdonnerstag folgen vier am Freitag und zehn am Samstag, 23. Jänner. Danach pendelt sich das Programm bei sechs bis neun Terminen pro Tag ein - mehr, als eine Person sehen kann, und viele davon parallel.

Eröffnet wird am 21. Jänner um 18:00 Uhr mit einem Talk im Wiener Saal und um 19:30 Uhr mit dem Mozarteumorchester im Großen Saal; den Schlusspunkt setzt am 31. Jänner um 18:00 Uhr das Abschlusskonzert desselben Orchesters. Dass die Mozartwoche im Jänner liegt, hat einen einfachen Grund: Mozarts Geburtstag ist der 27. Jänner.

Wo gespielt wird

Sechzehn Spielstätten, und sie liegen auf beiden Salzachufern. Der Schwerpunkt liegt in der rechten Altstadt rund um die Schwarzstraße, wo die Stiftung Mozarteum ihre eigenen Säle hat; die großen Abende finden dagegen links der Salzach in der Hofstallgasse statt.

SpielstätteAdresseTermine 2027
Stiftung Mozarteum, Großer SaalSchwarzstraße 2815
Mozart-Wohnhaus (Führungen)Makartplatz 811
Stiftung Mozarteum, Wiener SaalSchwarzstraße 268
Mozart Ton- und FilmsammlungMakartplatz 87
Mozart-Wohnhaus, TanzmeistersaalMakartplatz 86
Universität Mozarteum, Max Schlereth SaalMirabellplatz 14
OVAL - Die Bühne im EuroparkEuropastraße 14
Haus für MozartHofstallgasse 13
Großes FestspielhausHofstallgasse 13
Café ClassicMakartplatz 83
MozartkinoKaigasse 333
Salzburger MarionettentheaterSchwarzstraße 242
Villa Vicina, Mozarts Geburtshaus, DomQuartier (Rittersaal der Residenz)Schwarzstraße 30, Getreidegasse 9, Residenzplatz 1je 1

Die drei Abende der Wiener Philharmoniker sind die einzigen im Großen Festspielhaus: am 23., 27. und 30. Jänner jeweils um 19:30 Uhr. Das Orchester begleitet die Mozartwoche seit ihrem Beginn. Im DomQuartier gibt es genau einen Termin, im Mozartkino drei und vier im OVAL im Europark, also außerhalb der Altstadt.

Was die Karten kosten

Es gibt keinen einheitlichen Preis, sondern eine Staffel pro Saal und pro Veranstaltung. Die Spanne reicht von 5 Euro für einen Künstlertalk bis 265 Euro für den besten Platz bei Così fan tutte. Die folgenden Werte stammen aus dem Hauptprospekt zur Mozartwoche 2027.

Spielstätte und VeranstaltungPreiskategorien in Euro
Haus für Mozart, Così fan tutte265 / 225 / 195 / 155 / 120 / 85 / 45, Steh- und Rollstuhlplätze 15
Großes Festspielhaus, Wiener Philharmoniker230 bis 75 (am 27. Jänner 240 bis 75), Säulen- und Rollstuhlplätze 45
Stiftung Mozarteum, Großer Saal, große Orchesterkonzerte195 / 165 / 130 / 100 / 60, eingeschränkt 35
Großer Saal, Eröffnungs- und Abschlusskonzert175 / 150 / 115 / 85 / 50, eingeschränkt 25
Großer Saal, Kammerkonzerte130 / 110 / 90 / 75 / 45, eingeschränkt 25
Großer Saal, Jugend- und Akademieorchester80 / 70 / 60 / 50 / 40, eingeschränkt 20
Großer Saal, Familienkonzert und Orgelmusik zur Nacht20, Rollstuhlplätze 10
Wiener Saal und Tanzmeistersaal, Kammerkonzerte95 / 75, Rollstuhlplätze 10
Künstlertalks im Wiener Saal und Tanzmeistersaal10, ermäßigt 5
Salzburger Marionettentheater70 / 55 / 35
DomQuartier, Rittersaal der Residenz95, Rollstuhlplätze 10
Max Schlereth Saal35, Jugendliche bis 18 und Studierende U27 zahlen 10
OVAL im Europark35 beziehungsweise 29, Jugendliche und Studierende U27 zahlen 10
Café Classic45
Mozartkino22
Villa Vicina10, ermäßigt 5

Daraus folgt eine Planungsregel, die im Programmheft nirgends steht, sich aber aus der Staffel ergibt: Wer die Mozartwoche zum ersten Mal besucht und nicht viel ausgeben will, geht in den Wiener Saal, in den Max Schlereth Saal oder ins OVAL. Dort liegen die Karten zwischen 10 und 35 Euro, gespielt wird dasselbe Repertoire von denselben Ensembles, nur in kleinerer Besetzung.

Kartenverkauf: zwei Häuser verkaufen selbst

Der Kartenverkauf für die Mozartwoche 2027 läuft seit 1. Juli 2026; schriftliche und Online-Vorbestellungen waren bis 30. Juni 2026 möglich. Verkauft wird über den Onlineshop und über das Kartenbüro der Stiftung Mozarteum in der Theatergasse 2.

Zwei Ausnahmen führen regelmäßig zu Missverständnissen: Die vier Termine im OVAL laufen über das Kartenbüro Neubaur im Europark (Europastraße 1, Montag bis Freitag 11:00 bis 19:30 Uhr, Samstag 11:00 bis 18:00 Uhr), die drei Filmtermine über das Mozartkino in der Kaigasse 33, dessen Kinokasse 30 Minuten vor Beginn öffnet. Wer diese Veranstaltungen im Shop der Stiftung sucht, findet sie dort nicht.

Für die Führungen im Autographentresor, die Filmvorführungen in der Ton- und Filmsammlung und einzelne weitere Termine gibt es Zählkarten statt Tickets - insgesamt betrifft das rund 18 der 73 Termine. Sie sind im Kartenbüro erhältlich, kosten aber nichts.

Bei den Abonnements ist das Generalabo 12 aus 50 das größte: zwölf ausgewählte Hauptkonzerte, 20 Prozent Ermäßigung auf die Einzelkartenpreise, Gesamtpreis zwischen 476 und 1.792 Euro je nach Kategorie. Teilabos geben 10 Prozent. Ein Tausch von Veranstaltungen innerhalb eines Abos ist nicht möglich, und die Abopreise gelten nur für Plätze ohne Sichteinschränkung. Wichtig für alle, die spontan kommen: Ermäßigungen auf Einzelkarten werden nur im Vorverkauf gewährt, nicht an der Abendkasse - ausgenommen sind die Jugend- und Studierendenkarten. Welche Ermäßigungen es im Detail gibt, steht bei der Musikszene in Salzburg und beim Veranstalter selbst auf der Seite zur Mozartwoche.

Was nichts kostet

Drei Angebote sind gratis und werden von Erstbesuchern meist übersehen:

  • Einführungsvorträge vor allen Abendveranstaltungen, jeweils 45 Minuten vor Beginn - im Großen Festspielhaus in der Fördererlounge, in der Stiftung Mozarteum im Wiener Saal, bei Così fan tutte in der Felsenreitschule.
  • Digitale Programmhefte, ab zwei Tagen vor der jeweiligen Veranstaltung zum Herunterladen.
  • Einzelne Veranstaltungen mit freiem Eintritt, darunter der englischsprachige Einführungsvortrag am 23. Jänner und mehrere Führungen mit Zählkarte.

Zum Ablauf vor Ort: Die Kassa öffnet eine Stunde vor Beginn, der Einlass ebenfalls 60 Minuten vorher, der Saal 30 Minuten vorher. Bar und Catering sperren eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn auf; in den drei großen Häusern nimmt das Barpersonal Vorbestellungen für die Pause entgegen.

Anreise: eine Baustelle verändert den Weg

Ein Detail aus dem Programmheft ist für alle wichtig, die zu den Abenden in der Hofstallgasse mit dem Auto anreisen: Der direkte Zugang von der Tiefgarage Mönchsberg zu den Festspielhäusern ist wegen Umbauarbeiten gesperrt. Ausgänge sind nur über den Toscaninihof, das Neutor beziehungsweise Siegmundstor oder den Bürgerspitalplatz möglich - also mit Umweg und im Jänner im Freien. Wer im Rollstuhl kommt oder schlecht zu Fuß ist, sollte das einplanen.

Für die Säle in der rechten Altstadt nennt die Stiftung drei Garagen: Parkgarage Raiffeisen (Schwarzstraße 13-15), Tiefgarage am Paracelsusbad (Schwarzstraße 33) und Mirabell-Congress-Garage (Schrannengasse 1). Für die linke Altstadt kommen neben dem Mönchsberg noch Unipark Nonntal und Europark dazu. Alle Tarife stehen beim Parken in Salzburg.

Deutlich einfacher ist die Anreise ohne Auto - zumal die Altstadt seit 1. Juli 2026 nur mehr in Ausnahmefällen befahrbar ist. Die Säle der Stiftung liegen zehn Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, die Tarife für Obus und S-Bahn stehen bei den Öffis in Salzburg, die Wege in die Stadt bei der Anreise nach Salzburg. Wer mit dem Rad kommt: Im Innenhof rechts vom Hauptgebäude in der Schwarzstraße 26 gibt es Abstellplätze, geöffnet bis 30 Minuten nach Veranstaltungsende.

Das Opernprojekt und die Sonderausstellung

Der Schwerpunkt 2027 ist Così fan tutte, semiszenisch im Haus für Mozart, mit Premiere am 22. Jänner um 19:00 Uhr und zwei weiteren Terminen am 24. Jänner um 15:00 und am 29. Jänner um 19:00 Uhr. Damit schließt Villazón einen Zyklus: Nach Le nozze di Figaro 2020 und Don Giovanni 2023 ist es die dritte und letzte Oper des Da-Ponte-Zyklus. Es dirigiert Ivor Bolton, es spielt die CAMERATA Salzburg, die 2027 ihr 75-jähriges Bestehen feiert, und die Besetzung führt Thomas Hampson an.

Parallel läuft im Mozart-Wohnhaus von 16. Jänner bis 6. April 2027 die Sonderausstellung Mozart - Eine Reise in die Mozart-Ikonographie. Wer ohnehin für ein Konzert am Makartplatz ist, hat sie im selben Haus.

Seit 1956

Die Mozartwoche ist deutlich jünger als ihre Veranstalterin. Der Dommusikverein und Mozarteum wurde am 22. April 1841 von Salzburger Bürgern gegründet und 1870 als eigenständige Stiftung abgetrennt; 1880 eröffnete das Mozart-Museum im Geburtshaus, 1917 kaufte die Stiftung das ganze Haus. Die Mozartwoche selbst gibt es erst seit 1956, dem Jahr von Mozarts 200. Geburtstag, wie die Chronik der Stiftung Mozarteum festhält. Seither findet sie jedes Jahr Ende Jänner statt.

Womit die Mozartwoche in der Salzburger Veranstaltungslandschaft eine besondere Stellung hat: Sie ist das einzige große Festival der Stadt, das mitten im Winter liegt - zwischen dem Ende der Adventsaison und dem Beginn der Festspielvorbereitungen. Wer die Stadt ohne Sommerandrang sehen will und trotzdem Orchester in Weltbesetzung hören möchte, hat im Jänner die beste Gelegenheit.

Alle Angaben Stand August 2026 und bezogen auf die Mozartwoche 2027 von 21. bis 31. Jänner. Preise, Termine und Spielstätten stammen aus dem Hauptprospekt und dem Onlineprogramm der Internationalen Stiftung Mozarteum; einzelne Termine können bis zum Festivalbeginn noch dazukommen.

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