SALZBURG JOURNAL

Christkindlmärkte in Salzburg

Sechs Märkte in der Stadt, fünf verschiedene Enddaten - und nur einer verlangt Eintritt. Am 24. Dezember ist um 15 Uhr fast überall Schluss, am Dom- und Residenzplatz geht es dagegen bis zum 1. Jänner weiter.

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Christkindlmärkte in Salzburg

Sechs Märkte, fünf verschiedene Enddaten

Der Salzburger Advent ist nicht ein Markt, sondern ein halbes Dutzend, und der häufigste Planungsfehler ist die Annahme, sie hätten dieselben Termine. Tatsächlich beginnen vier von sechs am selben Tag, dem 19. November, hören aber zwischen dem 20. Dezember und dem 6. Jänner an fünf verschiedenen Tagen auf. Wer am 28. Dezember nach Hellbrunn fährt, steht vor einem leeren Schlosspark.

MarktOrtZeitraum 2026/27Eintritt
Salzburger ChristkindlmarktDom-, Residenz- und Teile des Kapitelplatzes19.11.2026 bis 1.1.2027frei
Hellbrunner AdventzauberSchloss Hellbrunn, Fürstenweg 3719.11. bis 24.12.20268,00 € bis 19 Uhr
SternadventSternarkaden, Getreidegasse 34 und Griesgasse 2319.11.2026 bis 6.1.2027frei
Weihnachtsmarkt am MirabellplatzMirabellplatz19.11. bis 31.12.2026frei
Salzburger FestungsadventBurghof der Festung Hohensalzburg27.11. bis 20.12.2026, Fr bis SoFußweg frei
Weihnachtswunderwelt St. PeterArkadenhof St. Peter Stiftskulinarium11.11.2026 bis 6.1.2027frei

Die räumliche Verteilung ist ebenso ungleich: Vier Märkte liegen in Gehweite zueinander in der linksufrigen Altstadt, der Mirabellplatz liegt rechts der Salzach, und Hellbrunn liegt gute fünf Kilometer südlich vor der Stadt. Ein Nachmittag reicht für die Altstadtrunde, Hellbrunn braucht einen eigenen Halbtag.

Der Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz

Der größte und älteste der sechs beginnt nach einer festen Regel: immer am vorletzten Donnerstag im November, 2026 also am 19. November, und läuft bis zum 1. Jänner. Der Zutritt ist kostenlos, das Marktgebiet barrierefrei, und Hunde dürfen mitgeführt werden. Nach eigenen Angaben des Vereins Salzburger Christkindlmarkt kommen jährlich knapp eine Million Menschen.

Die Öffnungszeiten unterscheiden sich von Wochentag zu Wochentag, und rund um die Feiertage weichen sie stark ab. Das ist der Punkt, an dem die meisten Besuche schiefgehen.

TagGeöffnet
Montag bis Donnerstag10:00 bis 20:30 Uhr
Freitag10:00 bis 21:00 Uhr
Samstag09:00 bis 21:00 Uhr
Sonntag und Feiertag09:00 bis 20:30 Uhr
24. Dezember09:00 bis 15:00 Uhr
25. Dezember11:00 bis 18:00 Uhr
26. Dezember11:00 bis 18:00 Uhr
31. DezemberHandelsstände bis mindestens 18:00 Uhr, ausgewählte Gastronomie bis 01:00 Uhr
1. Jänner11:00 bis 18:00 Uhr

Zum Jahreswechsel wandelt sich der Markt: Am Kapitelplatz veranstaltet derselbe Verein das Altstadtsilvester vom 31. Dezember 2026 auf den 1. Jänner 2027. Und am Mozartplatz betreibt er seit dem Jahr 2000 eine Eislaufbahn, den Eiszauber am Mozartplatz, der mit 12. November 2026 bis 31. Jänner 2027 deutlich länger läuft als jeder Markt; er ist täglich von 10 bis 22 Uhr offen und kostet 6,50 Euro für Erwachsene, 4,50 Euro für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre.

Das Rahmenprogramm hat feste Termine

Was den Markt am Domplatz von einem Glühweinstand-Ensemble unterscheidet, ist ein Programm mit fixen Uhrzeiten - und das kostet ebenfalls nichts. Vier Punkte lohnen die Planung:

  • Traditionelles Salzburger Turmblasen, jeweils 18:30 Uhr am Residenzplatz, gespielt von drei Türmen aus. Termine 2026: Donnerstag, 19. und 26. November sowie 3., 10. und 17. Dezember; Samstag, 21. und 28. November sowie 5., 12. und 19. Dezember. Gegründet wurde es 1952 von Tobi Reiser, seit 2008 organisiert es der Marktverein, wie auf der Seite zum Turmblasen nachzulesen ist. Die jungen Turmbläser des Musikums spielen mittwochs am Domplatz, am 25. November sowie am 2., 9., 16. und 23. Dezember.
  • Singen vor dem Dom - Chorkonzerte der Stadt Salzburg gemeinsam mit dem Marktverein, Montag bis Freitag um 17:00 Uhr, Samstag und Sonntag um 15:00 und um 17:00 Uhr. Wer selbst mitsingen will: Jeden Dienstag gibt es mit dem Chorverband Salzburg ein freies Chorsingen.
  • Krampus, Nikolo und Perchten - der Lauf der Krampusse am 5. Dezember voraussichtlich um 19:00 Uhr am Domplatz, Nikolo und Kinderkrampus am 6. Dezember um 15:30 Uhr, der Perchtenlauf zur ersten Rauhnacht am 21. Dezember voraussichtlich um 19:00 Uhr. Die beiden Läufe stehen ausdrücklich unter Vorbehalt, die genauen Zeiten also kurz vorher prüfen; alle weiteren Termine der Stadt stehen bei den Krampus- und Perchtenläufen in Salzburg.
  • Krippenpfad - der Krippenbauverein Grödig zeigt täglich neun Krippen in beleuchteten Schaukästen an der Außenseite des Residenzplatzes zur Michaelskirche hin.

Dazu kommt der Christbaummarkt am Residenzplatz, der von 8. bis 23. Dezember täglich von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet hat. Die Bäume kommen aus dem Flachgau und dem Kobernaußerwald, die Produzenten stehen selbst dahinter. Praktisch für alle ohne Auto in der Altstadt: Wer den Baum nicht tragen will, sucht ihn aus, reserviert ihn und holt ihn am nächsten Tag während der Ladezeit von 6 bis 11 Uhr über die Einfahrt Michaelertor ab; große Bäume werden zugestellt.

Hellbrunn ist der einzige Markt mit Eintritt

Der Hellbrunner Adventzauber feiert 2026 sein 25. Jahr und läuft von 19. November bis 24. Dezember. Er ist der einzige Markt der Stadt, für den man zahlt: 8,00 Euro pro Person von Dienstag bis Sonntag bis 19 Uhr sowie am Montag, 21. Dezember. Ab 19 Uhr ist der Eintritt frei, Kinder bis 6 Jahre zahlen nie, und am 24. Dezember ist der Eintritt für alle frei. Im Ticket steckt ein Getränkegutschein für ein Heißgetränk im Wert von 4,90 beziehungsweise 4,60 Euro - womit sich der Eintritt für alle, die ohnehin einen Punsch trinken, auf gut drei Euro reduziert.

Die Öffnungszeiten weichen ebenfalls ab, und ein Detail kostet regelmäßig einen umsonst gefahrenen Weg: Montags ist geschlossen, ausgenommen der 21. Dezember. Sonst gilt Dienstag bis Freitag 13:00 bis 20:00 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag 10:00 bis 20:00 Uhr, am 24. Dezember 10:00 bis 14:00 Uhr. Alle Angaben stehen auf den Seiten zu Öffnungszeiten und Eintritt.

Was das Geld kauft, ist vor allem Aufwand für Kinder: eine Kinderweihnachtswelt mit Weihnachtszug, Weihnachtspostamt und Würstelgrillen am Lagerfeuer beim Lager der Müllner Pfadfinder, dazu ein Märchenwald aus über 700 Nadelbäumen mit 10.000 roten Kugeln und die Schlossfassade, deren 24 Fenster als überdimensionaler Adventkalender dienen. Die Wasserspiele von Schloss Hellbrunn sind im Winter begehbar, laufen aber nicht.

Die Anreise ist der zweite Grund, Hellbrunn getrennt zu planen. Die Obuslinie 25 fährt vom Hauptbahnhof über das Rathaus direkt bis zur Haltestelle Schloss Hellbrunn und ist an den Adventwochenenden zwischen 13 und 18 Uhr auf einen Zehn-Minuten-Takt verstärkt. Wer mit dem Auto kommt, parkt direkt am Schloss: 3,00 Euro für die ersten zwei Stunden, 1,00 Euro für jede weitere, maximal 10,00 Euro am Tag.

Sternadvent, Mirabellplatz und Festung

Der Sternadvent in den Sternarkaden zwischen Getreidegasse 34 und Griesgasse 23 ist der kleinste und der langlebigste: 19. November 2026 bis 6. Jänner 2027, Sonntag bis Donnerstag 11:00 bis 19:00 Uhr, Freitag und Samstag 11:00 bis 20:30 Uhr, am 24. und 31. Dezember jeweils 10:00 bis 15:00 Uhr, von 1. bis 6. Jänner täglich 11:00 bis 18:00 Uhr. Nach Weihnachten läuft er als Wintermarkt weiter - er ist damit der einzige Markt, der noch steht, wenn alle anderen abgebaut sind.

Der Weihnachtsmarkt am Mirabellplatz liegt rechts der Salzach vor dem Schloss und läuft vom 19. November bis 31. Dezember 2026, Sonntag bis Donnerstag 10:00 bis 20:00 Uhr, Freitag und Samstag 10:00 bis 21:00 Uhr. Auch hier die abweichenden Tage: 24. Dezember 10:00 bis 15:00 Uhr, 25. und 26. Dezember 11:00 bis 18:00 Uhr, 27. bis 31. Dezember 10:00 bis 19:00 Uhr, wobei die Gastronomie am Silvestertag länger offen hat. Hierher fahren die meisten Obuslinien der Stadt: 1, 2, 3, 5, 6 und 14 halten am Mirabellplatz, vom Hauptbahnhof sind es 10 bis 15 Gehminuten, und gegenüber liegen Parkplatz und Parkgarage Mirabell.

Der Salzburger Festungsadvent im Burghof ist der höchstgelegene und derjenige mit den wenigsten Öffnungstagen. Hier lohnt der genaue Blick: Die Festung Hohensalzburg nennt als Rahmen den 21. November bis 21. Dezember 2026, jeweils Freitag bis Sonntag. Die dort aufgelisteten Öffnungstage beginnen aber erst eine Woche später und enden einen Tag früher: 27. bis 29. November, 4. bis 8. Dezember, 11. bis 13. Dezember und 18. bis 20. Dezember, jeweils 11:00 bis 19:00 Uhr. Wer am dritten Novemberwochenende hinauffährt, steht vor einem leeren Burghof. Der Fußweg hinauf ist frei, für die Innenräume und die Festungsbahn zahlt man dazu; die Preisstaffel steht bei der Festung Hohensalzburg. Auf dem Weg hinauf hängen über hundert Herrnhuter Sterne in der Festungsgasse. An allen Öffnungstagen gibt es von 14:00 bis 17:00 Uhr ein betreutes Kinderprogramm im Atelier Hödlmoser und von 15:30 bis 18:30 Uhr Bläser im Burghof; am Sonntag, 29. November, um 15:00 Uhr kommen die Stefani-Perchten.

Die sechste Adresse ist streng genommen kein Markt, sondern ein Gastgarten: Die Weihnachtswunderwelt im Arkadenhof des St. Peter Stiftskulinariums öffnet bereits am 11. November 2026 und bleibt bis 6. Jänner 2027, Montag bis Donnerstag von 15:00 bis 22:00 Uhr, Freitag bis Sonntag von 13:00 bis 22:00 Uhr, am 24. Dezember bis 18:00 Uhr. Der Hof gehört zum Stift St. Peter und ist der einzige der sechs Orte, an dem man vollständig überdacht sitzt.

Die Tage um Weihnachten, sortiert

Weil jeder Markt eigene Feiertagsregeln hat, hier die vier kritischen Tage nebeneinander:

DatumWas offen ist
24. DezemberChristkindlmarkt 9 bis 15 Uhr, Hellbrunn 10 bis 14 Uhr bei freiem Eintritt, Sternadvent 10 bis 15 Uhr, Mirabellplatz 10 bis 15 Uhr, St. Peter bis 18 Uhr. Festungsadvent bereits beendet.
25. und 26. DezemberChristkindlmarkt und Mirabellplatz je 11 bis 18 Uhr, Sternadvent geöffnet, Hellbrunn und Festung geschlossen.
31. DezemberChristkindlmarkt mit Altstadtsilvester, Gastronomie bis 1 Uhr früh; Mirabellplatz bis 19 Uhr; Sternadvent 10 bis 15 Uhr.
1. Jänner bis 6. JännerChristkindlmarkt nur noch am 1. Jänner von 11 bis 18 Uhr, danach Schluss. Sternadvent läuft als Wintermarkt bis 6. Jänner, St. Peter ebenso.

Anreise: mit dem Auto kommen Sie nicht hin

Vier der sechs Märkte liegen in der Fußgängerzone oder unmittelbar daran, und seit 1. Juli 2026 ist die Altstadt nur mehr in Ausnahmefällen mit dem Auto befahrbar. Eine direkte Zufahrt zum Christkindlmarkt gibt es ohnehin nicht. Vom Hauptbahnhof fahren die Obuslinien 3, 5 und 6 bis zur Haltestelle Rathaus, von dort sind es wenige Gehminuten. Mit der S-Bahn steigt man in Salzburg Mülln-Altstadt aus und geht rund zehn Minuten. Die Tarife stehen bei den Öffis in Salzburg, die Park-and-Ride-Anlagen bei der Anreise nach Salzburg.

Ein wiederkehrendes Angebot lohnt die Aufmerksamkeit: In der Vergangenheit waren die Öffis an allen Adventsamstagen in der Kernzone Salzburg kostenlos, dazu ganztägig im ganzen Bundesland am Black Friday. Für 2025 waren das der 28. November sowie die Samstage 29. November und 6., 13. und 20. Dezember. Für 2026 hatte der Verkehrsverbund die Termine im August noch nicht veröffentlicht - vor der Fahrt also nachsehen, ob die Aktion wieder gilt.

Woher der Markt kommt

Der Dom- und Residenzplatz war schon im ausgehenden 15. Jahrhundert Marktplatz: Damals stand dort der Tandlmarkt, ein Trödelmarkt, aus dem im 17. Jahrhundert der Nikolaimarkt wurde. Vierzehn Tage vor und vierzehn Tage nach Nikolai boten die Händler Puppen, Naschwerk und Trödelwaren an; der Markt galt neben denen in Wien, Paris, Amsterdam und Nürnberg als einer der bekanntesten Vorweihnachtsmärkte Europas.

1903 wurde der Nikolaimarkt in die städtische Marktordnung aufgenommen und war auf die Dombögen beschränkt. 1932 wurde er eingestellt. Der heutige Christkindlmarkt geht auf einen Neuanfang im Jahr 1974 zurück; aus dieser Zeit stammen die traditionellen Hütten und der eigens entworfene Sternenhimmel als Beleuchtung. Was im Winter sonst in der Stadt läuft, von der Eisarena bis zu den Winteröffnungszeiten der großen Ziele, steht bei Salzburg im Winter.

Alle Angaben Stand September 2026 und bezogen auf die Adventsaison 2026/27. Termine, Öffnungszeiten und Preise stammen von den Veranstaltern; die Läufe am 5. und 21. Dezember stehen laut Veranstalter unter Vorbehalt, und die Freifahrttermine des Verkehrsverbunds für 2026 waren zum Zeitpunkt der Recherche noch offen.

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