Hotelkomplex Am Goldeck: Insolvenz stoppt Altstadtbau
Das geplante Altstadthotel „Am Goldeck" an der Salzburger Staatsbrücke liegt auf Eis: Die Forum Salzburg Immobilien GmbH steckt in einem Sanierungsverfahren, ein Gollinger Installateur klagt über offene Rechnungen von 1,6 Millionen Euro.
An einer der zentralsten Lagen der Salzburger Altstadt herrscht Stillstand: Das 30-Millionen-Euro-Projekt „Am Goldeck" direkt an der Staatsbrücke beim Rathausbogen kommt nicht voran. Der Immobilienentwickler Vonree aus Oberösterreich wollte im ehemaligen Bankhaus Vontobel ein Hotel samt Geschäften realisieren – doch nun hat eine Insolvenz die Baustelle zum Erliegen gebracht.
Sanierungsverfahren am Handelsgericht Wien
Die projekttragende Forum Salzburg Immobilien GmbH ist laut AKV Europa in ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Handelsgericht Wien einbezogen. Das bedeutet: Ein gerichtlich bestellter Sanierungsverwalter übernimmt die Kontrolle über das Unternehmen, die Geschäftsführung verliert die freie Verfügungsgewalt über das Vermögen. Für die laufende Baustelle in den drei denkmalgeschützten Altstadthäusern beim Rathausbogen bedeutet das vorerst den vollständigen Baustopp.
Projektentwickler Kenny Lugsteiner von Vonree räumte Zahlungsschwierigkeiten öffentlich ein. Gegenüber dem ORF Salzburg erklärte er: „Den Unmut darüber kann ich nachvollziehen. Wir wollen nicht, dass da große Wellen geschlagen werden und kämpfen momentan wirklich rund um die Uhr darum, dass wir eben diese Forderungen, die da im Raum stehen, bedienen."
Gollinger Installateur klagt auf 1,6 Millionen Euro
Besonders hart trifft die Insolvenz regionale Handwerksbetriebe und Subunternehmer. Eine Installationsfirma aus Golling hat Klage wegen offener Rechnungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro eingebracht. Der Fall verdeutlicht, wie Zahlungsausfälle großer Bauprojekte entlang der gesamten Lieferkette weiterwirken - von der Baustelle bis in kleine Gewerbebetriebe im Salzburger Land.
Zusätzlich zur angespannten Finanzlage stockt das Projekt auch auf behördlicher Ebene: Die Betreiber haben bei der Stadt Salzburg um eine Widmungsänderung angesucht. Der Ausgang dieses Verfahrens ist offen, und die Kombination aus Insolvenzverfahren und ungeklärter Widmungsfrage macht eine rasche Wiederaufnahme der Bauarbeiten unwahrscheinlich.
Symptom einer österreichweiten Immobilienkrise
Der Fall „Am Goldeck" steht nicht allein. Im Jahr 2025 waren neun der zehn größten österreichischen Insolvenzen nach Passiva der Immobilien- und Baubranche zuzuordnen. Auch im ersten Quartal 2026 setzte sich die Entwicklung fort: 891 Insolvenzanträge wurden mangels Masse abgewiesen - ein Anstieg von 26,56 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Experten sehen darin die Folgen gestiegener Baukosten, höherer Zinsen und einer schwächelnden Nachfrage im Immobiliensegment.
Für die Salzburger Altstadt ist die brach liegende Baustelle an der Staatsbrücke auch stadtbildlich spürbar. Das ehemalige Bankhaus Vontobel in dieser exponierten Lage zieht Blicke von Einheimischen und Touristen gleichermaßen auf sich. Wie es mit dem Projekt weitergeht, hängt nun vom Ausgang des Sanierungsverfahrens in Wien sowie von den weiteren Verhandlungen mit Gläubigern und der Stadt Salzburg ab.