Großübung Salzburg: 80 Einsatzkräfte im Lokalbahnhof
Am Donnerstagabend, 3. September 2026, probten Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr und Rotes Kreuz Salzburg im unterirdischen Lokalbahnhof den Ernstfall: Mehr als 80 Einsatzkräfte simulierten die Bergung von Fahrgästen aus einem brennenden Zug.
Am Donnerstagabend, 3. September 2026, fand im unterirdischen Lokalbahnhof Salzburg - der Endstation der Lokalbahn unter dem Hauptbahnhof - eine umfangreiche Großübung statt. Mehr als 80 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr sowie des Roten Kreuzes Salzburg rückten mit insgesamt 15 Fahrzeugen aus, um die gemeinsame Reaktion auf einen schweren Brandfall zu trainieren.
Brand in der Lokalbahngarnitur: Das Übungsszenario
Das simulierte Szenario sah einen Brand einer Lokalbahngarnitur bei der Einfahrt in den Bahnhof vor. Laut Übungsannahme befanden sich rund 20 Personen im Fahrgastraum. Realistisch geschminkte Statistinnen und Statisten stellten die Verletzten und Betroffenen dar. Bis zum Übungsende um 20:30 Uhr wurden insgesamt 14 Personen erfolgreich aus der brennenden Garnitur geborgen.
Die Einsatzkräfte verteilten sich auf 15 Retter der Berufsfeuerwehr und 50 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, die gemeinsam in die Anlage vordrangen. Die Berufsfeuerwehr und die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr rückten mit neun Einsatzfahrzeugen an; das Rote Kreuz unterstützte die Lage mit sechs Rettungs-, Kranken- und Mannschaftstransportfahrzeugen.
Besondere Herausforderung: Unterirdisches Terrain
Der Übungsort stellte die Einsatzkräfte vor anspruchsvolle Bedingungen. Der tiefgelegene, verrauchte Bereich der Lokalbahn-Endstation erschwert Orientierung, Kommunikation und Patientenversorgung erheblich. Enge Tunnel und die räumliche Lage unterhalb des belebten Hauptbahnhofs verlangten den Beteiligten besonderes Geschick ab. Bereits bei einer früheren Übung war ein Zugunglück als Szenario geprobt worden - die Anlage gilt damit als bewährter Trainingsschauplatz für komplexe Lagen.
Einsatzleiter Stefan Krakowitzer von der Berufsfeuerwehr zeigte sich nach der Übung zufrieden: „Die Übung hat gezeigt, dass unsere Abläufe auch unter schwierigen Bedingungen funktionieren. Menschenrettung, Brandbekämpfung und die Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und den Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr haben sehr gut geklappt."
Verkehr lief ohne Einschränkungen
Trotz des Übungsbetriebs verlief der reguläre Bus- und Bahnverkehr während der gesamten Nacht ohne Einschränkungen. Verkehrspartner wie ÖBB, Salzburg Linien und der Salzburger Verkehrsverbund waren vorab in die Planung eingebunden worden.
Sicherheitsgewinn für die gesamte Stadtbevölkerung
Der Lokalbahnhof zählt zu den täglich stark frequentierten Verkehrsknotenpunkten in Salzburg und wird von Zehntausenden Salzburgerinnen und Salzburgern genutzt. Bürgermeisterstellvertreter Christoph Brandstätter unterstrich die Bedeutung solcher Übungen: „Wir können einen Ernstfall nicht planen - aber wir können uns bestmöglich darauf vorbereiten. Großübungen wie diese sind daher besonders wichtig."
Branddirektor-Stellvertreter Florian Schubert hob hervor, dass die Übung gerade für jüngere Einsatzkräfte von besonderem Wert sei: Sie könnten praktische Erfahrung sammeln, auf die sie später im Einsatzdienst zurückgreifen könnten. Auch Michael Leprich, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Salzburg, lobte das reibungslose Zusammenspiel und betonte, dass bei vielen Verletzten eine enge Abstimmung zwischen den Organisationen überlebenswichtig sei. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen die Abläufe für künftige Realeinsätze weiter optimieren.